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(4.2)

Im August 2013 habe ich mich auf den Weg in die vereinigten Staaten gemacht. Ich lebte in einem kleinen Dorf in Michigan mit meiner Gastschwester, -mutter und -vater und einem Hund und zwei Katzen direkt neben einem See.
Der erste Monat im Schüleraustausch, in meinem neuen zu Hause verlief sehr gut. Ich habe viel mit meiner Gastschwester unternommen, ich bin ins Schwimmteam von der Schule eingetreten, wo sie auch drin war und die Schule ist auch gut angefangen. Aber nach diesem einen Monat sollte es wohl anders kommen. Meine Gastschwester hat plötzlich eine 180 Grad Wendung gemacht und sich immer und immer weniger für mich interessiert. Meine Gasteltern, die sowieso keinen Austauschschüler aufnehmen wollten, sondern sich nur von ihrer Tochter überreden haben lassen, haben sich natürlich auch nicht wirklich um mich gekümmert oder sich für mich interessiert. So wie ich bin, habe ich aber immer das Gute im Menschen gesehen und immer wieder versucht etwas mit meiner Gastschwester zu unternehmen, versucht mit ihr eine Konversation zu führen und gehofft, dass es nur eine Phase ist und es nach einiger Zeit wieder besser wird. Natürlich gab es immer mal wieder Tage im Monat, wo sie plötzlich nett zu mir war und wo ich wieder Hoffnung hatte, dass hat im Endeffekt aber nicht lange angehalten. Da mich so schnell nichts von der Rolle bringt, habe ich es bis Ende Dezember noch gut bei meiner Gastfamilie ausgehalten. Der größte Grund dafür war, dass es für mich in der Schule so gut lief, ich hatte viele Freunde gefunden, auch beste Freunde, habe mich sehr gut ins Schulleben eingelebt und liebte es einfach dort zu sein. Inzwischen ist aber schon wieder ein neues Problem aufgetreten. Nachdem die Schwimmsaison im November zu Ende war, hatte ich nicht mehr meine Gastschwester die mich sonst wie gewohnt, nach dem Schwimmtraining mit nach Hause genommen hatte. Da ich im Winter andere Aktivitäten nach der Schule gemacht habe, brauchte ich nun natürlich auch jemanden der mich abholt, weil abends keine Busse gefahren sind. Leider wollte sich aber nie jemand aus meiner Gastfamilie zur Verfügung stellen mich abzuholen, obwohl die Schule nur 4 Minuten entfernt war. Also fing es da schon an, dass ich mir immer Fahrgelegenheiten suchen musste. Zu Hause angekommen, hatte sich dann herausgestellt das alle Familienmitglieder heim waren. Ab Januar ist mein Familienleben dann eskaliert, da meine Gastschwester meiner Gastmutter Lügen über mich erzählt hatte, die Gastmutter dann natürlich sehr sauer auf mich war, aber ich es aufgeklärt hatte und sie dann wusste, dass ihre Tochter die Lügen erzählt und nicht ich. Ab dem Zeitpunkt an, hat meine Gastschwester überhaupt nicht mehr mit mir geredet, ist ausgerastet wenn meine Gastmutter sie gefragt, ob sie mich abholen könnte nach den Schulaktivitäten abends. Es hat sich nun wirklich keiner mehr um mich gekümmert. Von dem Zeitpunkt an, habe ich öfters mal geweint. Ich wollte nie nach Hause, nicht nach der Schule und auch nicht nach dem Wochenende. Ich habe jedes Wochenende bei meiner besten Freundin verbracht, die auch eine Austauschschülerin war. Ihre Gasteltern haben mich überall mit hingenommen und mich abgeholt und auch wieder weggebracht. In der Schule und mit Freunden war mein Leben perfekt, kaum als ich zu Hause war, hätte es schlimmer nicht sein können. Anfang März habe ich dann mit meiner Betreuerin geredet und ihr alles erzählt und gefragt ob es möglich wäre die Gastfamilie zu wechseln. Sie hat Ja gesagt und dass es überhaupt kein Problem wäre, ich sollte nur noch eine Woche warten. Meine Betreuerin hat außerdem meine Gastmutter angerufen und mit ihr über meine Probleme gesprochen. Zu der Zeit ist meine andere Gastschwester erstaunlicherweise für ein paar Wochen aus Südkorea wieder gekommen und wir beide haben uns sehr gut verstanden. In der einen Woche, hat sich zwar so ein bisschen die Einstellung meiner Gastmutter geändert, ich wollte aber trotzdem immer noch wechseln, da ich mich nach wie vor unwohl gefühlt habe und noch lange nicht alle Probleme aus dem Weg geräumt waren. Nachdem ich dann meine Betreuerin angeschrieben habe und ihr es mitgeteilt habe, hat sie mir gesagt, dass ich nicht mehr wechseln darf. Sie hat dann so Sachen gesagt wie es wären nur noch 3 Monate oder mein Schulleben würde dann grauenhaft sein, da meine Gastschwester dort auch ist. Ich hätte ihr das Leben eigentlich nicht einfacher machen können, da ich mir auch schon selber eine Familie gesucht hatte, die mich aufnehmen würden für den Rest der Zeit, was sie auch wusste, aber für sie stand fest, ich durfte nicht mehr wechseln. Im ersten Moment war ich am Boden zerstört und wollte überhaupt nichts mehr. In der kommenden Woche ist mir aber vieles klar geworden, ich habe mit vielen Leuten geredet und viel Unterstützung bekommen, ich habe mein Denken geändert und habe das Schlimme ignoriert, bin aber gleichzeitig noch immer nett zu meiner Gastfamilie gewesen.
Von da an habe ich mein Schüleraustausch Leben in vollen Zügen genossen. Das Jahr hat mir so viel gegeben und ich habe so viel gelernt. Ich bin am Anfang des Jahres vom Nicht-Leistungsschwimmer zum Leistungsschwimmer geworden. Habe sogar am Ende der Saison den ersten Platz im wichtigsten Wettkampf von der Süd-West-Michigan Region gemacht. In der Saison habe ich gelernt, was hartes Arbeiten bedeutet, was Team Zusammenhalt und Unterstützung ist und was es heißt für etwas zu kämpfen auch wenn es schon aussichtslos erscheint. Ich habe das amerikanische High School Leben miterlebt, mit eigenem Locker und alles was dazu gehört, den School Spirit, sei es bei den Footballspielen, den Spirit Weeks oder Basketballspielen und das typische High School Drama. Ich war im Track&Field Team, habe bei den „Young Americans“, einem Tanz- und Sing-Workshop, mitgemacht. Ich habe viel von Amerika gesehen. Von Las Vegas, über die New England Staaten, bis nach Boston, Washington D.C. und New York City und von meinem Staat Michigan selbst. Mein Prom war wie im Film und eines der perfektesten Abende meines Lebens, genauso wie meine Graduation, wo ich es kaum glauben konnte, also wir wirklich die Hüte hoch geschmissen haben. Das größte Geschenk von dem ganzen Jahr war aber doch, dass ich Freunde auf der ganzen Welt gefunden habe. Nichts war schöner als mehr und mehr Leute kennenzulernen, in ihrem Leben teilnehmen zu können, von ihren Kulturen zu hören und einfach mit ihnen Spaß zu haben. Ich habe wirklich Freunde fürs Leben gefunden und Freundschaften entwickelt, die nie so sein werden wie die Freundschaften mit meinen Freunden hier in Deutschland. Es sind einfach ganz besondere Freundschaften, unersetzbar.
Dieses Austauschjahr hat mich verändert, und zwar ins Positive. Mal den Fakt, dass ich nun fließend English sprechen kann an den Rand geschoben. Ich bin so viel selbstbewusster geworden, ich denke nicht mehr drüber nach was andere von mir denken, ich stehe zu mir und ziehe das durch was ich möchte und nicht was andere von mir verlangen. Mich kann so leicht nun nichts mehr aus der Bahn werfen. Durch die ganzen Ereignisse in Amerika bin ich nun abgehärtet. Außerdem weiß ich nun, dass man Konflikte und Uneinigkeiten nur mit reden aus der Bahn schieben kann. Es hilft nichts wenn man nur da sitzt und hofft, dass es besser wird. Ich habe gelernt meinen Mund aufzumachen und Probleme mit Reden zu lösen. Ich könnte hier noch viel mehr aufzählen, aber im Großen und Ganzen hat sich mein komplettes Denken einfach geändert, sowie mein Auftreten. Was ich aber für am Wichtigsten von den ganzen Sachen halte ist, zum einen, dass ich gelernt habe Dinge zu schätzen und zum anderen dass man nie einen Menschen nur vom äußerlichen einschätzen kann sondern erst dann weiß warum ein Mensch so ist wie er ist und so handelt wie er handelt, bis man die Geschichte von diesem einen Menschen gehört hat. Ich hatte sehr viele Freunde an meiner Schule, die sehr viele Probleme hatten und mit sehr viel zu kämpfen hatten, vor allem im Familienkreis. Ich habe ihnen zugehört und es hat mich immer wieder aufs Neue schockiert, womit manche Leute zu kämpfen haben. Ich habe ihnen so gut es geht geholfen und ich weiß selber, dass ich das meiste nicht ändern kann, dafür konnte ich vielen Menschen aber durch kleine Dinge eine Freude bereiten. Dieser Part von meinem Auslandsjahr hat mich am meisten verändert und geprägt.
Das Auslandsjahr in den USA war die beste Entscheidung meines Lebens und ich würde es für kein Geld der Welt austauschen. Es gab natürlich schlechte Erfahrungen und Momente aber auch die prägen einen und man lernt aus ihnen, genauso wie aus den Guten und ich weiß jetzt schon, dass ich sehr bald zurück fliegen werde.

Christin M., Austauschschülerin 2013/2014 in Michigan, USA

Vorbereitung:
Die Vorbereitung auf den Schüleraustausch war sehr gut! Ich habe viele Briefe mit Tipps über das Auslandsjahr erhalten und auch das Vorbereitungstreffen in Hamburg hat mir sehr gut gefallen. Es herrschte eine sehr familiäre Stimmung!

Betreuung:
Die Betreuung von TREFF war sehr gut. Ich konnte immer anrufen, wenn ich fragen hatte zu sämtlichen Themen und immer ist jemand rangegangen und wusste sofort wer ich bin.

Ansprechpartner:
Ich hatte viele Ansprechpartner in der Austauschorganisation, die mir immer gut zur Seite standen und immer ein offenes Ohr für mich hatten.

Familie:
Meine Gastfamilie war leider nicht so toll. Genaueres dazu kann man in meinem Erfahrungsbericht lesen.

Schule:
Die Schule war top! Halt so wie man sich eine amerikanische High School vorstellt. Mit circa 800 Schülern die perfekte Größe. Ein eigenes Schließfach, jeden Tag Sport und Freitagabend Footballspiele und den School Spirit in vollen Zügen miterleben.


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