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Alexandra-Vanessa (aus Darlingerode, Harz) | 2004/2005 | USA / Elkton / Maryland

Amerika - der Anfang

Mein Name ist Vanessa und ich bin 15 Jahre alt. Ich komme aus dem Harz und werde das Schuljahr 2004/05 in Maryland, USA verbringen. In dem folgenden Text möchte ich euch erzählen, wie es bei mir bis jetzt so lief und was ich jetzt besser machen würde. Vielleicht könnt ihr meinem Text ja ein paar hilfreiche Tipps abgewinnen? Angefangen hat mein Interesse und Amerika und einem längeren Besuch dort schon in der 7. Klasse. Ich war damals sehr gut mit jemandem befreundet, dessen Vater aus Amerika stammte. Das machte mich natürlich noch neugieriger. Aber klar, in der 7. Klasse ist das noch in weiter Ferne und deshalb legte sich das Thema dann wieder. Bis zur 9. Klasse. Meine Gedanken wurden immer konkreter und ich fing an, Info-Material über verschiedene Organisationen anzufordern. Diese kamen dann auch ziemlich schnell, bis auf eine jedoch sprach mich keine wirklich an. Da meine Reise aber trotzdem noch zwei Jahre Zeit hatte, verstaute ich die Broschüren erstmal im Schrank. Im Laufe der Zeit verlief sich das Thema und eigentlich dachte ich schon nicht mehr daran, nach Amerika zu gehen. Anfang der 10. Klasse meldete sich wieder jemand von der Organisation, die ich gut fand. Ich sagte ihm, ich würde es mir überlegen. Dachte aber nicht, dass ich wirklich nach Amerika gehen würde. Drei Jahre Überlegen waren lang und finanziell war ich mir auch nicht sicher. Ich sprach mit meinen Eltern, welche mir versicherten, finanziell gesehen, sei das kein Problem. Dann rief die Organisation wieder an und fragte mich, ob noch Interesse bestehe. Natürlich!!!

Organisationen und Material

Ich habe mich nach meinem Bauch entschieden und es bis jetzt auch nicht bereut. Sicher ist, es gibt gute und viele schlechte Organisationen. Fordere viel Material an und lese es dir wirklich gut durch! Dann entscheide dich nach dem Bauch, nimm die, die am besten zu dir passt. Und spar nicht an den falschen Ecken. Denn viele Organisationen, die sehr billig sind, haben außer der Gastfamilienvermittlung keinen Service. Und gerade den brauchst du in einem fremden Land.

Bewerbung

Anfang November war es dann soweit. Meine Eltern und ich fuhren zum Bewerbungsgespräch nach Göttingen. Ein Betreuer der Organisation hatte uns zu sich nach Hause eingeladen. Das fanden meine Eltern und ich sehr gut, denn so war es nicht unpersönlich und fremd. Er erklärte mir alles rund ums Thema, beantwortete meine Fragen und füllte zusammen mit mir den Fragebogen aus. Ich musste nur ein paar Sätze in Englisch sagen, dass war absolut nicht schwierig. Ein dickes Plus war, das er nicht alles nur hoch gelobt hat und so tat, als ob die Organisation perfekt sei, sondern er hat mir alle Seiten aufgezählt, die guten aber auch die schlechten. Das fand ich sehr toll. Am Ende, nach gut drei Stunden, eröffnete er mir, dass ich in dem Programm akzeptiert worden sei und wenn ich wolle, daran teilnehmen könne. Wir verabschiedeten uns und meine Eltern und ich fuhren nach Hause. Dort kamen wir zu dem Entschluss, dass ich es wagen wollte. Juuuhhhuuu, ich gehe nach Amerika!!!! Die Verträge und meine Bewerbungsformulare wurden mir ein paar Tage später zugeschickt. Das war eine ziemlich stressige Zeit. Ich musste zum Arzt, zu meiner Englisch-Lehrerin, zum Direktor, einen Brief ans staatliche Schulamt verfassen werden, viele Photos machen, eine Album erstellen, einen Schüler und Elternbrief schreiben usw. Nach zwei Wochen waren die Bewerbungsunterlagen abgeschickt und jetzt hieß es: warten, warten, warten.

Das Warten

Das Warten ist wahrscheinlichste das schwierigste an dem ganzen Projekt. Jeden Tag lief ich nach der Schule sofort zum Briefkasten und schaute nach. Klar war, dass es noch eine Weile dauern würde, bis ich Bescheid bekäme, jedoch überwog die Ungeduld und die Realität verschwand. Ich gebe euch nur einen Tipp, nervt die Leute von der Organisation nicht so sehr. Irgendwann im März meldete sich dann mein Guidance Counselor per Email bei mir. Sie wollte Infos über meine Fächerwahl, da die Schule schon dabei war, Stundenpläne zu erstellen. Ich war geschockt!!! Hatte ich etwa einen Platz gefunden und die Organisation hatte vergessen, es mir zu sagen? Mein Guidance Counselor versprach mir, dies herauszufinden. Am nächsten Tag schrieb sie mir dann, dass sie sich leider geirrt hätte und ich offiziell noch gar nicht von der Familie und Schule aufgenommen wurde, sondern jene gerade dabei waren, sich meine Bewerbung anzuschauen. Mein Herz rutschte mir in die Hose. Glaubt mir, der Tag war gelaufen. Die nächsten Tage waren nicht viel besser, denn nach dem Hochgefühl diese Niederlage zu ertragen war schwer. Gerade weil jemand aus meiner Klasse schon Kontakt mit seiner Familie hatte und ich so ein Pech. Zwei Wochen vergingen und ich hatte noch nichts weiter gehört. Ich mailte also der Organisation und fragte, wie lange es noch dauern würde. Genau an dem Tag, an dem meine Email eintraf, hatte sich eine Familie für mich entschieden. FREUDE, FREUDE, FREUDE!!! Einen Tag später bekam ich Infos über jene Familie. Jetzt bin ich sehr happy. Ich werde nach Elkton/Maryland gehen. Dort werde ich neben meinen Gasteltern auch noch drei Gastgeschwister haben. Ein Bruder ist 20 Jahre alt und wohnt nicht mehr zu Hause, spielt in einer Band. Außerdem noch einen 17-jährigen Gastbruder und eine 15-jährige Gastschwester. Und einen süßen Hund. Sie sehen alle sehr nett aus und ich kann nicht abwarten, mehr über sie zu erfahren!!!! Sobald es einen nächsten Meilenstein in dieser Geschichte gibt, werde ich es euch wissen lassen! Vielen Dank fürs Lesen und bis denn!!!! Nur Mut!!!!

Should I stay or should I go?

Salut erstmal. Ich bin's wieder und schreibe ein bisschen über mein Abenteuer Ausland. Es ist grad Ende Mai, und ich bekomme irgendwie kalte Füße. Bin gerade dabei mein Visum zu beantragen, am 14 Juni geht es auch schon zur Botschaft nach Berlin. Nun ja, um so näher das Datum meines Abfluges kommt, um so unsicherer werde ich. Ich weiß nicht, ob ich der ganzen Sache wirklich gewachsen bin, ob ich das alles so schaffe, ob ich den Anforderungen gerecht werde....ich stelle gerade so ziemlich alles in Frage, was das angeht. Heute schickte mir mein Gastdad Mike eine kurze Email, in der er mir mitteilte, dass er eine Seite im Internet für mich erstellt hat. Er macht was mit Computern , kein Wunder, dass er sowas kann. Ich schaute mir die Page natürlich gleich an und war begeistert. Sie hatten meine Schule, die Stadt und meinen Gastbruder Taylor photographiert und es kommen noch mehr dazu. Ich finde das super, dass alle sich die Mühe machen, um so etwas für mich zu leisten. (Thanks guys, I appreciate it!!!) Super cool. Ich freue mich natürlich super doll darauf, aber wenn ich so daran denke, wenn ich mal auf ne Party gehe oder so und meine Freunde nicht da sind..oh mann....das ist echt heftig, weil diese Leute mich die letzten Jahre begleitet haben. Oder wenn es mir mal nicht so gut geht und ich am liebsten bei Mama und Papa sein würde, ist niemand von ihnen da um mir zu helfen. Das wird schon alles werden...hoffe ich...

Es ist jetzt Ende Juni, und eins steht fest....am 15. August 2004 werde ich von Frankfurt/Main nach Philadelphia fliegen. Ich habe seit ein paar Monaten regelmäßigen Kontakt zu meiner Gastmutter, wir scheinen uns ganz gut zu verstehen. Mein Visum habe ich übrigens auch. Habe es am 14 Juni in Berlin beim Konsulat beantragt (alle Info`s auf: www.us-botschaft.de ) und bekam es am 18 Juni schon wieder. Es wurde mir gesagt, dass es 5-6 Wochen dauern würde, aber na ja, es dauerte doch nur 4 Tage. Auf jeden Fall hab ich jetzt mein Visum, bin darüber auch sehr froh, es war viel Aufwand, alle Anträge auszufüllen etc. pp. Ich habe immer noch meine Zweifel, will meine Freunde und meine Familie nicht verlassen, freue mich gleichzeitig jedoch auf das Unbekannte. Ich denke, dass ist normal..... will jetzt nur noch nicht ans Packen denken, ich will so viel mitnehmen und habe tierisch Angst, dass ich die Hälfte vergesse....!!

Schon eine Weile her...

Ich bin am 15 August in Philadelphia angekommen. Meine Gasteltern haben mich dann am Flughafen abgeholt, und mich nach Hause gebracht...damals war es noch nicht zu Hause, jetzt schon. Die ersten paar Monate waren sehr komisch...ich hatte viel in der Schule zu tun, musste meine neue Familie kennenlernen, Freunde finden, nun ja, ein neues Leben starten. Die Sprache war manchmal schwierig, und ab und zu gabs dann auch mal nen Kulturschock...aber so heftig wars nun auch nicht. Die ersten drei Monate habe ich dazu genutzt, um meine Familie kennenzulernen, die Schule zu packen, und Freunde zu finden..nun ja, amerikanisch zu sein. Es wird in den ersten Monaten nicht einfach werden für euch, aber keine Sorge, alles wird gut. Jetzt sitze ich hier an unserem Computer, knapp sieben Mmonate nach dem ich in Philadelphia gelandet bin. Übrigens, Philly ist eine super Stadt, wenn ihr die Chance habt, unbedingt besuchen. Mittlerweile war ich schon in Philly, Washington DC, Baltimore, Californien, Mexiko und und und... Californien war supppper cool!!! Meine Gastschwester und ich sind wirklich Schwestern, meine Gasteltern sind super, meine Brüder auch...in der Schule bin ich einer der besten Schüler, habe AP-Klassen, habe Freunde und meinen Führerschein gemacht...fahren ist sooo cool. Jeder fährt ich...warum ich nicht??? Ihr seht, alles gute Sachen, die ich hier aufzähle...natürlich freue ich mich auch mal, wieder nach Hause zu gehen, aber ich will auf jeden Fall, zum Studium, wiederkommen... ihr werdet nicht nur gute Zeiten haben, ich habe auch schlechte gehabt..aber alles gehört dazu, und wenn ihr's wirklich wollt, wird dieses Austauschjahr, das Beste, was ihr jemals gemacht habt!!! Mein Akzent war nie besonders doll, aber mittlerweile bin ich amerikanisch. Macht euch auch nicht so viele Gedanken über heimweh...Weihnachten war super hier, auch ohne die richtige Familie. Ich muss auch mal weiter, aber hey, wenn ihr die Chance habt, dann überlegt es euch wirklich, ob ihr nicht so was mal machen wollt..es lohnt sich!!! Viele liebe grüsse aus Maryland, Vanessa.

Fortsetzung folgt!

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