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Sabrina | 2004/2005 | USA

Windverhältnis - Catch the wave

Ihr werdet euch nun sicher fragen, was die Überschrift mit meinem Austauschjahr zu tun hat. Dazu kann ich folgendes sagen. Ich hoffe, ihr habt genug Zeit zum Lesen. Schon seit der 7. Klasse nervte mich meine beste Freundin mit ihrem Wunsch, in der 11. Klasse ein Austauschjahr zu machen. Ich habe mir damals nichts darunter vorstellen können. Darum machte ich mir auch keine weiteren Gedanken. Dann, als wir in der 9. Klasse waren, rückte der Gedanke wieder näher und so surfte ich im Internet auf der Suche nach geeignetem Material. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Absicht, selbst ein Jahr im Ausland zu verbringen. Ich ließ mir jede Menge Informationsmaterial von verschiedenen Organisationen schicken. Und einige Tage danach schwappte unsere Briefkasten regelrecht über. Lauter weiße Din-A 4 Umschläge. Meine Eltern wunderten sich natürlich. Ich brauchte mehrere Wochen, um mich dadurch zu kämpfen. Obwohl jede Broschüre vom Aufbau und vom Inhalt gleich war, las ich jede sorgfältig durch.

Finanzierungsprobleme

Ich fand Spaß daran und für mich stand fest, dass ich in der 11. Klasse ein Jahr in die USA gehen würde. Naja, meine Eltern zeigten kein Interesse an meinem Wunsch und somit war dies auch kein Gesprächsthema. Eigentlich stand fest, dass sie mir den Austausch nie finanzieren könnte. Da ich aber keine Ruhe gab, überredeten mich meine Eltern zu einer Schülersprachreise. So ging es dann in den Sommerferien 2003 nach England. Nun fragt sich einer, was haben Amerika und England gemeinsam? ich konnte und kann diese Frage immer noch nicht beantworten. Obwohl meine dortige Gastfamilie nicht perfekt war, hatte sich mein Wille gestärkt. In den Herbstferien dann, ungefähr ein Jahr nach dem Eintrudeln der ersten Briefe, informierte ich mich über Möglichkeiten, ins Ausland zu kommen. Das bedeutet Stipendien. Ich fand ein Vollstipendium vom DFH und füllte auch gleich das Online-Formular aus. Ein paar Tage darauf erhielt ich dann weitere Angaben per Post. Ein Text in Englisch war zu schreiben, eine Fotokollage zu basteln und mein Vater musste einen Einkommensbestätigung besorgen. Prombt kam ich in die zweite Runde. Das bedeutete ein Auswahlgespräch. Die Frau war mir so unsympathisch und ich schied nach dem SLEP-Test und dem Gespräch aus.

Nur nicht aufgeben

Doch von Aufgeben war nie die Rede. Durch Zufall fand ich im Internet ein weiteres Stipendium. Dieses war in Kooperation mit Bravo TV von EF. Ich schrieb also einen Text über meinen Lieblingsstar und schickte das Ganze nach Berlin. Dann erhielt ich die weiteren Unterlagen, die auch alle normalen Bewerber bekommen. Ich musste fünf schwarz-weiße Passfotos abgeben, was natürlich auch teuer war. Zudem musste ich meinen Lehrern auf die Nerven gehen, dass sie mir Beurteilungen schreiben. Alle Unterlagen musste ich dann zum Auswahlgespräch mitnehmen und ich war wirklich froh, dass ich die Einzige dort war, die sich für dieses Stipendium beworben hatte. Der Gedanke, dass - wenn du das Stipendium nicht bekommst - es dann dein Sitznachbar erhält, ist wirklich grauenhaft. Das Gespräch war tausend mal besser als das Letzte und die Organisation versicherte mir, dass ich auf jeden Fall für ein Austauschjahr geeignet bin. Es waren jedoch erst Osterferien, und ich musste lange warten. Dann erhielt ich am letzten Freitag der Ferien den Brief, dass ich das Stipendium leider nicht bekommen habe, sie mir jedoch ein Kleinstipendium anbieten (250€), wenn ich trotzdem mit EF ins Ausland gehe. Das Wochenende war schlimm. Irgendwie war ich traurig andererseits hoffte ich, dass meine Eltern mir das ATJ trotzdem bezahlen.

Surprise

Am Samstag Mittag saßen meine Mutter, mein Vater, meine Oma und mein Opa am Esstisch meiner Großeltern und redeten darüber. Mein Vater sagte: Dann hat sich das ja jetzt für dich erledigt. Da ich meinen Vater eigentlich gut kenne, dachte ich mir: Also fahre ich. Mein Papa sagte:Hole mal die Unterlagen. Ich knallte ihm regelrecht das Prospekt auf den Tisch und er meinte nur Dreh mal um! Ich wendete das Prospekt um und da stand doch tatsächlich ZUM 16. GEBURTSTAG. Ich war total happy. Die Unterlagen waren alle unterschrieben und ich rief direkt meine Freundin an. Dies war der Punkt, an dem sich das Windverhältnis geändert hat und ich doch noch nach dem dritten Versuch die Welle gefangen habe. Darum catch the wave.

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