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Annika (aus Langwedel, Kreis Verden/Aller) | 2002/2003 | Neuseeland / Christchurch

Wie alles angefangen hat

Habt ihr euch die Idee in den Kopf gesetzt, fuer ein ganzes Jahr in ein anderes Land zu gehen? Ein Jahr voller Spannung, Freude, Abwechslung? Ich habe gerade das absolut grossartigste Austauschjahr meines Lebens hinter mir, und ich wollte euch einfach dran teilhaben lassen.

Die Vorbereitung

Ich war in der zehnten Klasse, als mein Englischlehrer mir vorgeschlagen hat, dass ich doch mit YFU einen Schueleraustausch machen könnte. Ich war sofort begeistert und habe mir alle Unterlagen schicken lassen. Dann ging es los - Formulare ausfüllen, abschicken, warten - mehr Formulare ausfüllen, abschicken, noch länger warten. Endlich wurde ich zu einem Auswahlgespräch nach Hamburg eingeladen. Das Land stand noch gar nicht fest. Obwohl für mich klar war, dass ich nach Neuseeland wollte, musste das erst einmal 'bestätigt' werden. Die Auswahlquoten liegen generell fuer Neuseeland, Kanada und Australien bei 1:100 bis 1:150. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich davon ein wenig entmutigt war. Umso mehr freute ich mich, als ich die Bestätigung für einen Programmplatz in Neuseeland bekam. Und dann fing der eigentliche Papierkram an. Über das ganze Jahr verteilt bekam ich immer mal wieder ein paar Schreiben von YFU zum Ausfüllen, Visa, Gastfamilie, usw. usw. Und endlich war es dann soweit - morgen sollte ich nach Neuseeland fliegen.

Wenn das nicht entmutigend ist! Durch die grosse Anzahl von asiatischen Schülern, die viel Geld fuer Gastfamilien in Neuseeland bezahlen, war es schwer für YFU eine freiwillige Familie für mich zu finden. Daher hatte ich keine Platzierung, keine Schule und kein Visum. Mit Mühe und Not bekam ich dann von der neuseeländischen Botschaft in Berlin ein Schreiben, das bestätigte, dass ich ein Visum bekommen hätte, hätte die Zeit gereicht. So ging es also los.

Mein Austauschjahr in Neuseeland

Nachdem ich fuer ein paar Tage in einem sogenannten 'Arrival Camp' in Auckland, der grössten Stadt Neuseelands war, wurde mir eine 'Notfamilie' in Christchurch gefunden. Es hieß, dort würde ich so lange bleiben, bis ich eine dauerhafte Familie für den Rest des Jahres gefunden hätte. Mit einem riesigen Jetlag kam ich bei der Familie an und zwei Tage später ging ich in meine neue Schule - Hagley Community College. Bei dieser 'Notfamilie' blieb ich für drei Monate, weil sich einfach keine andere Familie finden ließ. Nach einigen Umzügen in den Ferien zu mehreren Support Persons (YFU Mitarbeiter, die sich um die Austauschschüler im Gastland kümmern) ging es dann endlich zu meiner dauerhaften Familie (die leider nach ein paar Wochen in den Urlaub flog, so dass ich wieder umziehen musste). Aber seit sie wieder da waren, hatte ich endlich ein festes Zuhause. Ich hatte einen älteren Bruder (Grant, 19), eine Gastmutter (Arlen) und einen Gastvater (Ashleigh). Wir haben uns prima verstanden. Nach der Eingewöhnungszeit habe ich dort wie in meiner eigenen Familie gelebt. Es gab wirklich keine Unterschiede. So verging die Zeit recht schnell und das Jahr war vorbei (es geht wirklich schnell, glaubt mir!). Hier habe ich ein paar Fragen aufgelistet, die ich im Kopf hatte, als ich überlegte, ob ich ins Ausland gehen sollte (und meine Meinung dazu ein Jahr später).

Useful to know

Sollte ich wirklich gehen? Ich bin ein absoluter Heimweh-Typ...und ein ganzes Jahr weg von der Familie. Na ich weiss ja nicht.

Ich bin definitiv froh, dass ich gegangen bin. Aus meiner Erfahrung waren die Heimweh-Zeitenfür mich immer die Momente, wenn es einen Wechsel gab: Neues Land, neue Stadt, neue Schule, neue Gastfamilie. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Und natürlich Zeiten wenn mal etwas nicht so gut läuft: Streit mit der Gastfamilie oder Freunden, andere Probleme. Aber es sind immer genug Leute da, die einem helfen können.

Was, wenn ich dort gar keine Freunde finde?

Ich muss sagen, dass ich nicht der Typ bin, der jede Menge Freunde superschnell findet. Aber wenn ich Freunde finde, dann sind es wirkliche Freunde fürs Leben. Ein halbes Jahr war ich mit Leuten in der Schule, beim Karate usw. befreundet. Man sieht sich in den Kursen und ausserhalb der Schule ist manchmal gar nicht so viel los. Aber nach einem halben Jahr habe ich angefangen, wirklich gute, enge Freunde zu finden. Die haben mich dann mit ihren Freunden bekannt gemacht, usw. usw. Mittlerweile kenne ich so viele Menschen und ich vermisse wirklich jeden einzelnen.

Können wir das bezahlen?

Es kommt immer auf die Austausch-Organisation an, aber viele bieten Teil- oder Vollstipendien an, die doch eine grosse finanzielle Hilfe sind. Geld sollte niemanden um die Erfahrung eines Austauschjahres bringen. Das war so ziemlich alles, was für mich wichtig zu wissen war, und dann ging es einfach los. Wenn ihr überlegt, ob ihr ins Ausland gehen solltet - tut es. Jeder sagt du wächst, du wirst viel reifer, du wirst unglaublich erwachsen und selbständing sein, wenn du wiederkommst Ich wollte einfach nur weg, weil Deutschland zu langweilig für mich wurde. 15 Jahre in ein und demselben Land - das ist einfach zu viel! Ich wollte einfach Reisen, Spass haben, die Welt sehen, neue Leute treffen. Aber, ob ihr es wollt oder nicht: Ihr wachst, werdet viel reifer, erwachsen und selbständig. Eure Eltern werden euch nicht wiedererkennen. Und sobald ihr einmal gereist seid werdet ihr nicht mehr aufhören können! Durch das Reisen wird sich eure Einstellung ändern. Ihr werdet viel mehr Möglichkeiten fuer spätere Jobs sehen. Die Chance ist da - es liegt an euch!

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