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Jana (aus Cottbus) | 2003/2004 | USA / Wyoming / Cokeville

Faszination Schüleraustausch USA

Angefangen vor drei Jahren hat es damit, dass wir im Englischunterricht das gesamte Schuljahr über das Thema Vereinigten Staaten von Amerika behandelten. Ich fand dieses Land faszinierend und so unterschiedlich verglichen mit Deutschland oder den anderen Ländern, die wir schon bereist hatten. Nicht Hollywood oder Florida übten diese besondere Faszination auf mich aus, sondern die Gegensätze in diesem Land. Die Prärie und die Berge, unbewohnte Landstriche und Großstädte wie New York City, Detroit und die Menschen dort. Ich begann, Bilder von den USA zu sammeln und aufzukleben. Als ich eines Tages in der Pause unseren Englischraum nach Motiven durchstöberte, fielen mir High School Prospekte in die Hand. Ich begann, darin zu blättern in der Hoffnung, brauchbare Bilder zu finden und konzentrierte mich überhaupt nicht im Geringsten auf den Text. Mit Freude sah ich die tollen Aufnahmen und nahm mir etwa 20 Broschüren mit nach Hause, um die Bilder herauszuschneiden.

Die erste Idee

Irgendwann begann ich dann aus Langeweile, ein bisschen in den Heften zu blättern und ein paar Texte durchzulesen. Plötzlich fiel mir ein Prospekt von einer Organisation in die Hände, in dem ein Farm- oder Homestay angeboten wurde. Hm, ich konnte mir irgendwie richtig gut vorstellen, in den Sommerferien für sechs Wochen in einer Gastfamilie in den USA zu leben. Je öfter ich mir dieses Angebot durchlas, desto mehr begeisterte ich mich für dieses Projekt. Und als meine Eltern und ich an einem Abend Essen gegangen sind, erzählte ich ihnen beiläufig von diesem Angebot. Wir wogen zusammen alle Vor- und Nachteile ab und sie schienen einverstanden zu sein. Tja, die Zeit verging und dieses Projekt geriet ein wenig in Vergessenheit. Doch irgendwann, ich glaube es war Anfang Januar 2002, habe ich mir die Prospekte nochmals durchgelesen und mein Interesse für ein Austauschjahr schien zu wachsen. Es war faszinierend für mich, ein ganzes Jahr in einem fremden Land bei fremden Menschen zu leben - also mein gewohntes Umfeld zu verlassen um mir ein neues aufzubauen. Das Ganze schien eine Herausforderung für mich zu sein.

Die Vorbereitung

Langsam begann ich, mich mit dem Thema High School Jahr und Schüleraustausch zu beschäftigen. Ich bestellte massenweise Prospekte bei sämtlichen Organisationen, obwohl ich noch zwei Jahre Zeit hatte (es war ja erst Mitte März 2002). Ich erstellte seitenlange Listen, um die einzelnen Organisationen für ein Austauschjahr besser miteinander vergleichen zu können. Eines Abends hatte ich beschlossen, meine Eltern einzuweihen. Ich nahm ein paar Prospekte sowie die Liste und erzählte ihnen von meiner Absicht, ein Jahr in den USA zu verbringen. Mein Dad war von Anfang an begeistert, was man von meiner Mom nicht gerade sagen konnte. Aber dank meines Opas konnte sie ebenfalls überzeugt werden. Somit war der erste Schritt getan. Meine Eltern überließen mir die Initiative - ich bestellte weitere Prospekte, recherchierte im Internet und kaufte mir reichlich Bücher zum Thema. Ich war überglücklich, als mir meine Eltern ein paar Tage später sagten, dass sie das gesamte High School Jahr bezahlen würden. Dann wurde es erst einmal ruhiger. Ich beschäftigte mich jedoch immer noch intensiv mit meinem Projekt und etwa drei Monate später hatte ich rund 25 Broschüren von unterschiedlichen Anbietern gesammelt.

Den Überblick behalten

Tja, und nun saß ich vor einem großen Haufen Informationsmaterial, aber welche Organisation sollten wir denn nehmen bei der riesigen Auswahl? Dank meiner schlauen Bücher konnte ich bereits am Anfang über zwei Drittel der Organisationen ausschließen. Schlussendlich blieben nur noch drei übrig - INTO, LSI und Kompass. Nach einiger Zeit dann nur noch INTO und LSI. Es war mittlerweile Mitte Juni 2002 und meine Mom erzählte mir, dass der Sohn eines Arbeitskollegen diesen Sommer von seinem Austauschjahr in den USA mit INTO zurückkommen würde. Wir vereinbarten sofort ein Treffen mit ihm. Er erzählte uns wirklich alles und somit stand am Ende dieses Treffen fest, dass wir INTO als Organisation nehmen würden.

Bewerbung

Im Nachhinein muss ich sagen, wenn ich gewusste hätte, wie viel Tonnen Papier zum Ausfüllen auf mich zukommen würden, hätte ich es mir dreimal überlegt. Nein, ich hätte sogar das Dreifache davon ausgefüllt für dieses Jahr! So saß ich dann mit meinen Eltern Mitte September 2002 zusammen und füllte die Kurzbewerbung an INTO aus. Es war genau der 30. September, als ich von INTO einen Brief mit der Eingangsbestätigung meiner Bewerbung und die Application Forms (das sind die englischen Bewerbungsunterlagen für die US-Partnerorganisation und die Gastfamilie) erhielt. Am selben Abend rief mich INTO an und vereinbarte einen Termin zum Bewerbungsgespräch mit mir und meinen Eltern. Es wird immer gefragt, wie man sich auf das Interview vorbereiten kann. Ich weiß es nicht, aber ich kann meine Erfahrungen schildern.

Bewerbungsinterview und Application Forms

Im Grunde habe ich mich darauf eigentlich nicht vorbereitet. Vielleicht unbewusst, indem ich Bücher, wie das von Max Rauner oder Sylvia Schill und Christian Gundlach, welche als Standardlektüre gelten, gelesen habe sowie massenweise Erfahrungsberichte. Des Weiteren war ich oft im Internet auf Homepages wie www.schueleraustausch.de. Das Interview selber verlief total ruhig und nett, es ist also nichts, wovor man Angst haben muss. Wir wurden dort wirklich alle Fragen los, die uns auf der Seele brannten. Am 15. Oktober 2002 erhielt ich die schriftliche Zusage von INTO. Zwischendurch habe ich angefangen, die Application Forms auszufüllen, doch die Rennerei von Arzt zu Arzt, zu den Lehrern sowie zu meinem Direktor blieb auch mir nicht erspart. Doch dank aller Beteiligten ging das Ausfüllen der Application Forms sehr schnell. Auch den Student- sowie Parent Letter schrieb ich recht zügig. Viele Anregungen und Informationen findet man übrigens im Internet auf den verschieden Homepages der Austauschschüler, was mir allerdings erst zu spät auffiel. Schon Anfang November 2002 habe ich alles abgeschickt und bekam am 19. November den Vertrag, die Bestätigung, dass alles vollständig ist und die Mitteilung, dass die Unterlagen jetzt an die US-Partnerorganisation geschickt werden. Somit lag wieder eine Hürde hinter mir, doch jetzt fing erst der für mich schwierigste Teil der Vorbereitung an, nämlich das WARTEN.

Ungeduldiges Warten

Ich glaube, die wichtigste Eigenschaft, die ein Austauschschüler haben muss, ist Geduld. Denn nun begann für mich der wirklich härteste Teil der Vorbereitungsphase auf das Austauschjahr in den USA - das Warten auf die Gastfamilie. Es war Ende November und ich wusste, dass meine ausgefüllten Application Forms in den USA waren. Durch meine frühe Anmeldung hatte ich die Möglichkeit, mir kostenlos eines von fünf Gebieten auszusuchen, in welchem ich gerne platziert werden möchte. Ich konnte mich zuerst nicht so richtig zwischen der East- und Mountain-Region entscheiden und schrieb dann doch East-Region. Aber es kam dann doch alles ganz anders. Bei jedem Brief von INTO, den ich im Briefkasten fand, schlug mein Herz höher. Jedoch war es nie einer mit der Gastfamilienadresse. Am 28. November 2002 kam eine Nachricht mit der Mitteilung, dass ich bei ISE, einer der US-Partnerorganisationen von INTO, aufgenommen wurde und nun eine Gastfamilie gesucht wird. Ich muss allerdings noch hinzufügen, dass dort erst stand, die Partnerorganisation hieße Inter Brazil. Ich habe sofort im Internet recherchiert, doch nichts außer Hotels in Rio und Fußballbilder von der WM gefunden. Ich befürchtete schon, ich müsse jetzt nach Brasilien, doch Gott sei Dank schickte INTO auf meine Nachfrage hin einen neuen, korrigierten Brief. Wieder ein Schreckensmoment, auf den noch viele weitere, aber auch glückliche folgen werden.

Schulbeurlaubung

Anfang Dezember führten meine Mom und ich mit meinem Direktor ein Gespräch wegen der Beurlaubung und dem Überspringen der 11. Klasse. Dieses verlief erfolgreich und Anfang Februar lag ein Brief vom Schulministerium mit der Beurlaubungsbestätigung für ein gesamtes Schuljahr im Briefkasten. Eine weitere Erleichterung war, dass ich ohne Probleme und Belegungspflichten in den USA nach Rückkehr von meinem Austauschjahr gleich in die 12. Klasse gehen kann. Tja, und dann wurde es Januar, Februar und ich hatte mich jetzt schon damit abgefunden, dass ich meine Gastfamilie, wie auch im Prospekt steht, erst im Sommer bekommen würde. Ich nahm es einfach hin, schaute zwar immer noch jeden Tag in den Briefkasten, aber war nicht gespannt oder aufgeregt, da es ja noch viel zu früh gewesen wäre. Es fragte mich zwar jeder immer wieder: Na, wo kommst du denn nun hin? und ich antwortete dann jedes Mal: Ich weiß es leider noch nicht, sie suchen gerade eine Gastfamilie für mich, aber irgendwie störte mich das nicht mehr so stark, da ich es nicht ändern konnte. So las ich mir weiter fleißig Erfahrungsberichte durch und gratulierte denen, die zu der frühen Zeit ihre Gastfamilie bereits kannten, was aber relativ wenige waren. Es war sehr aufbauend, so viele Leidensgenossen zu finden, die auf ihre Gastfamilien warteten. Ein Rat von mir dazu: Versucht, mit so vielen Leuten wie nur möglich in Kontakt zu treten, denn es ist einfach toll, sich austauschen zu können oder seine eigenen Erfahrungen weiterzugeben, so wie ich das jetzt gerade tue.

Der glücklichste Augenblick in meinem Leben

Ich kann noch ganz genau an diesen Tag erinnern. Es war Freitag, der 07. März 2003. Ich kam so wie jeden Tag von der Schule nach Hause. Da meine Mom zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben war, wusste ich eigentlich, dass es nicht nötig gewesen wäre, in den Briefkasten zu schauen. Ich tat es trotzdem, aber erwartete keine Wunder. Um ehrlich zu sein, hatte ich gar nicht mehr daran gedacht, dass ich auf den Brief der Gastfamilie warte. Ich öffnete den Briefkasten und fand einen großen Umschlag von INTO. Ich dachte mir nichts dabei, denn zur selben Zeit sollte auch der Newslink (monatliches Infomaterial) kommen. Ich nahm den Umschlag und schaute durch das Fenster- Herzlichen Glückwunsch.... Familie.... stand dort. WAS STAND DORT????? Ich konnte meinen Augen nicht trauen, da stand wirklich Familie. Ich rannte so schnell wie ich konnte die Treppen hoch. Oben wartete meine Mom auf mich. Ich konnte es immer noch nicht glauben, das sollte MEINE Gastfamilie sein???? Ich habe mich immer total mit den anderen gefreut, die ihre Gastfamilie bereits kannten, aber dass ich jetzt an der Reihe war, konnte ich nicht glauben. Ich riss wie eine Verrückte den Umschlag auf. Ich sah die Adresse, doch vor lauter Aufregung hatte ich glatt vergessen für welchen Staat das Kürzel WY steht. Das war WYOMING und das liegt mitten in den ROCKY MOUNTAINS. Ich komme nach Wyoming!!!!! Mein Dad Steven ist 53 Jahre und Master Electrician. Meine Mom Luci ist 47 und Homemaker und ich habe drei Schwestern, die jedoch alle nicht mehr zu Hause wohnen, sondern in Utah, Idaho und die jüngste fängt diesen Sommer mit ihrem Studium in Idaho an. Ich war, und bin es immer noch, überrascht und begeistert, dass wir eigentlich alles bis auf das Jagen gemeinsam haben. Wir werden Skifahren, Campen, in andere Staaten reisen, reiten und noch vieles mehr - alles, was ich selber auch mache. Ich habe sofort jeden, den wir kennen, angerufen und berichtet. Meinen Opa habe ich sogar in der Schwimmhalle ausrufen lassen, um ihm das zu erzählen.

Meine neue Welt

Ich werde im Austauschjahr die Cokeville High School mit 120 Schülern besuchen und dort mit dem Auto hingefahren werden. Von INTO selber hat man mir noch Karten und Infos über die Schule ausgedruckt. In diesem Brief stand auch, dass ich am 23. August 2003 in Salt Lake City, UT landen werde. Einfach aus dem Grund, da Cokeville nahe der Grenze zu Utah und Idaho liegt und Cheyenne, die Hauptstadt von Wyoming, weiter weg ist. Ich habe sofort im Internet recherchiert und haufenweise Informationen gefunden. Tja, und am nächsten Abend habe ich gleich angerufen. Den ganzen Tag über war ich nervös, aber dann, als nach dem 6. Versuch um Mitternacht wirklich jemand, mein Dad, auf der anderen Seite abgenommen hat, lief es total super. Ich habe zuerst mit ihm eine Weile gesprochen und dann mit meiner Mom. Ich habe auch ihre E-mail-Addresse erfragt und gleich danach noch eine Mail geschrieben, die am nächsten Morgen beantwortet in meiner Mailbox lag. Seitdem stehen wir in täglichem E-mail-und Telefonkontakt. Erst letztens haben wir fast zwei Stunden miteinander telefoniert. Ich kann wirklich jedem nur empfehlen - ruft eure Gastfamilie an, sie werden sich ganz doll drüber freuen!! Ich stehe übrigens auch mit meinem Local Coordinator (Betreuerin der US-Partnerorganisation) in Kontakt. Meine gesamte Familie und meine Freunde haben sich mit mir gefreut und konnten es auch kaum glauben. Meine Mom sagte gleich, als sie den Brief durchgelesen hatte, Diese Familie ist perfekt für dich! Doch nicht nur ich habe sehr guten Kontakt zu meiner lieben Gastfamilie, sondern auch meine Eltern. Jetzt wurde alles richtig endgültig und mit dem Erhalt der vollständigen Flugdaten am 19. April 2003 besiegelt. Etwa einen Monat nach der Gastfamilienadresse erhielt ich das Family Profile meiner Gastfamilie und meine Begeisterung und Aufregung wuchs immer mehr. Ich bin mir sicher, meine Gastfamilie passt wirklich perfekt zu mir.

Der Countdown läuft

Ende April erhielt ich die Einladung zum Vorbereitungsseminar in Berlin. Dieses sollte am ersten Maiwochenende stattfinden und war ein voller Erfolg. Es ist so toll, wenn man Leute trifft, die gerade das Gleiche erleben, wie man selber. Ich muss dazu noch anmerken, dass auch meine Cousine diesen Sommer in die USA geht und nach langem Warten Mitte April ihre Gastfamilie bekommen hat- sie geht übrigens nach Colorado. Somit habe ich immer jemanden, mit dem ich mich austauschen kann. Ich zähle sogar die Tage bis zum Abflug in meinen Schüleraustausch. Ich werde versuchen diesen Erfahrungsbericht auch in den USA weiterzuführen, denn ich weiß, wie toll ich all die anderen Erfahrungsberichte gefunden habe. Ich wünschen allen, die das Gleiche vorhaben, viel Glück und Spaß bei ihrem Austauschjahr und hoffe, ich habe mit meinem Erfahrungsbericht Neugier für diese Idee geweckt.

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