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Jessica | 2007/2008 | USA

Wie alles begann

Ich spielte schon seit längerem mit dem Gedanken, für ein Jahr einen Schüleraustausch zu machen, doch ich hatte diese Idee eigentlich immer für mich behalten. Über das Internet informierte ich mich über verschiedene Organisationen und las viele Erfahrungsberichte, bis ich zu dem Entschluss kam: Ich möchte auch ein Jahr im Ausland verbringen. Doch nun hatte ich das Problem, dass ich meinen Eltern noch nichts davon erzählt hatte. Glücklicherweise kamen wir eines Abends von allein auf das Thema Schüleraustausch und ich erzählte ihnen, dass ich gerne so einen Austausch machen würde. Wir redeten sehr lange darüber, bis wir entschieden, dass ich mir erst einmal Infomaterial zuschicken lassen sollte. Zuerst wollte ich eigentlich nach Neuseeland oder Australien, aber da dies für uns finanziell nicht möglich war, kam ich auf die USA. Da eine Freundin von mir auch schon ein Jahr dort im Schüleraustausch verbracht hatte, erkundigte ich mich bei ihr und fragte sie auch, mit welcher Organisation sie dort war und wie sie mit dieser Organisation zufrieden war. Sie erzählte mir, dass sie Partnership International für Ihr Austauschjahr gewählt hatte und mit dieser Organisation sehr zufrieden war. So ließ ich mir von ihnen Infomaterial zuschicken. Meine Eltern lasen sich alles genau durch und schließlich kamen sie zu dem Entschluss, dass ich mich bewerben dürfe.

Die Bewerbung

Zuerst musste ich eine formlose Bewerbung an Partnership schicken und ich bewarb mich auch für das vereinseigene Stipendium. Kurz darauf erhielt ich einen dicken Brief mit 18 Seiten Bewerbungsunterlagen. Ich war zunächst total erschlagen, als ich dies sah und merkte, dass ich auch noch alles auf Englisch ausfüllen musste. Zu allem Überfluss waren Sommerferien und ich sollte die Unterlagen bereits zwei Wochen später ausgefüllt und wieder abgeschickt haben. Also setzte ich mich hin, beantwortete Fragen, schrieb Briefe und ging zum Arzt, um meinen Gesundheitszustand untersuchen und Impfungen durchführen zu lassen. Außerdem mussten mein Klassenlehrer und mein Englischlehrer Fragen über mich beantworten. Da Ferien waren, musste ich sie zu Hause anrufen und besuchen, damit sie mir die Zettel ausfüllen konnten. Nach zehn Tagen war endlich alles ausgefüllt und die Bewerbungsunterlagen konnten abgeschickt werden. Nun begann die lange Zeit des Wartens.

Das erste Auswahlgespräch

Ich hörte ganze drei Monate nichts von Partnership, bis ich eine Mail schrieb und fragte, wann ich denn Nachricht bekommen würde. Darauf erhielt ich die Antwort, dass es ihnen leid tue, dass alles so lange gedauert habe, aber ein paar Sachen schief gelaufen seien. Ich werde aber demnächst zu einem Auswahlinterview eingeladen. Ein paar Tage später war ein Brief von Partnership im Briefkasten. Darin stand, dass ich zu einem Auswahlinterview eingeladen sei und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter sich wegen eines Termins bei mir melden werde. Außerdem sollte ich zum Interview ein paar Fakten zu geschichtlichen und staatsbürgerlichen Zusammenhängen zwischen dem Gastland und Deutschland wissen. Ein paar Tage später rief mich meine Mom ans Telefon und meinte, dass mich ein Mitarbeiter von Partnership sprechen wolle. Ich bekam die Nachricht, dass ich eine Woche später nach Heidelberg kommen sollte, um dort mein Auswahlinterview durchzuführen. Also setzte ich mich hin und suchte mir einiges Wissen zu geschichtlichen Zusammenhängen, zu den politischen Systemen und ähnliches heraus und lernte dies die ganze Woche lang. Dann war es soweit. Ich ging früher von der Schule heim und gleich zum Bahnhof. Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht mehr klar denken konnte. Als ich in Heidelberg ankam und die Schule gefunden hatte, suchte ich den Raum, in dem das Auswahlinterview stattfinden sollte. Doch da fragte mich auch schon ein jüngerer Mann, ob ich Jessica sei und zum Interview möchte. Er führte mich in ein Klassenzimmer und zu meiner Verwunderung war ich die Einzige. Zuerst musste ich ein Frageblatt auf deutsch beantworten: warum ich in die USA möchte, mit welchen Familienkonstellationen ich einverstanden wäre, wo ich hin möchte und so weiter. Danach sollte ich mich kurz auf englisch vorstellen, was kein Problem war, da ich dies vorher schon geübt hatte. Außerdem stellte mir der Mitarbeiter noch ein paar Fragen zur Geschichte und zum politischen System, die ich aber alle einigermaßen gut beantworten konnte, da ich das meiste gelernt hatte und ich alles auf deutsch beantworten durfte. Die Atmosphäre war locker und der Interviewer sehr nett. Nach einer halben Stunde war das Gespräch auch schon vorbei und ich hatte ein gutes Gefühl. Nun begann wieder die Zeit des Wartens.

Das zweite Auswahlgespräch: Ich habe ein Stipendium!

Als ich eines Montags nach der Schule nach Hause kam, sagte meine Mom, dass ich mich doch ganz schnell bei Partnership melden solle, denn sie hätten angerufen. Ich dachte mir, was könnten die jetzt per Telefon von mir wollen, also rief ich sofort zurück. Mir wurde gesagt, dass ich es in die engere Wahl der Teilstipendiaten geschafft hätte, aber ein paar Sachen schief gelaufen seien und ob ich am Mittwoch nach Köln zu einem Auswahlinterview kommen könnte. Ich war total überrascht. Mir gingen viele Sachen im Kopf herum: Mittwoch, dass ist ja schon in 2 Tagen, Wie komm ich nach Köln?, Ich hab keine Zeit zum lernen mehr. Aber natürlich sagte ich zu und so saß ich zwei Tage später im Zug nach Köln. Auf der vierstündigen Zugfahrt konnte ich noch ein bisschen lernen, aber ich war auch aufgeregt. Endlich in Köln angekommen suchte ich zunächst das Büro von Partnership, welches ich auch gleich fand. Als ich um 13.00 Uhr dort eintraf, war noch niemand da. Einige Minuten später kam ein anderes Mädchen dazu und wir kamen ins Gespräch. Dann traf auch noch ein Junge ein. Uns wurde gesagt, dass ein Vorstand noch fehle und wir noch ein wenig warten müssten, was sich dann auf eine Stunde herauszögerte. Wir waren alle angespannt, aber ich war auch erleichtert, dass ich mich mit den andern gut verstand und es ihnen genauso ging wir mir. Dann waren die drei Vorstände von Partnership da und es konnte losgehen. Uns wurden der Reihe nach verschiede Fragen gestellt, was wir in verschiedenen Situationen in den USA machen, oder was wir dort über Deutschland erzählen würden und solche Dinge. Außerdem wurden uns ein paar Fragen zu unseren finanziellen Verhältnissen gestellt, da es ja um ein Stipendium ging. Wir sollten zusätzlich beantworten, wie wir uns danach bei Partnership engagieren könnten, wenn sie uns den Austausch finanzieren würden. Insgesamt hatte ich mir auch dieses Interview viel schlimmer vorgestellt, was es aber überhaupt nicht war. Nach einer dreiviertel Stunde zogen sich die Vorstände zur Beratung zurück. Wir fragten uns, ob es das schon war, oder ob das Interview noch weitergehen solle. Daraufhin kamen die Vorstände wieder herein und sagten uns, dass wir alle drei ein Stipendium bekommen würden. Das hieß, wir würden für ein Jahr in die USA gehen. Wir waren alle total überrascht und unsere Freude war riesig. Wir hatten alle nicht damit gerechnet, dass wir gleich Bescheid bekommen würden. Wir fielen uns in die Arme und bedankten uns. Es mussten danach noch einige organisatorische Dinge geklärt werden und dann waren wir entlassen. Ich rief sofort meine beste Freundin an, um ihr alles zu erzählen. Nun warte ich auf weitere Informationen und freue mich schon sehrl auf mein Austauschjahr, auch wenn ich ein bisschen Angst davor habe - was aber, denke ich ganz normal ist.

Fortsetzung folgt!

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