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(4.4)

Insgesamt war mein 5 monatiger Aufenthalt in Kanada das tollste, was ich bisher machen durfte. Es war ein wundervolles Erlebnis, dass mir jetzt schon Vorteile eingebracht hat und ich bin mir sicher, dass dies in Zukunft noch mehr der Fall sein wird.
Die VORBEREITUNG war sehr gut organisiert und hat sehr geholfen. Obwohl ich erst Anfang September meine Reise antreten sollte, fand bereits im November des vorigen Jahres eine Infoverantstaltung mit Stellvertretern der einzelnen Schuldistrikte statt, wobei man dort auch die Möglichkeit hatte, sich mit diesen auch bereits persönlich schonmal zu unterhalten. Danach folgten weiterhin Infobriefe und hilfreiche Informationen bis April, in dem ein zweitägiges Seminar mit allen Anwärtern der Reise und einigen frisch zurückgekommenen Returnees abgehalten wurde, um über wichtige Themen zu sprechen und gemeinsam vielleicht die ein oder anderen Ängste zu überwinden.
Beim Antritt unserer Reise waren wir bereits am Flughafen am Gate, während des Fluges und nach Landung bei der Grenzkontrolle, beim Zoll und bei der Gepäckausgabe stets in BEGLEITUNG . Ab dann trafen wir eine Repräsentantin des Schuldistrikts und wir wurden mit dem Bus in den Ort gefahren und trafen dort zum ersten mal auf unsere Gastfamilien. Am nächsten Tag hielt der Schuldistrikt dann ein Treffen für alle Neulinge ab, bereits aufgeteilt in die Gruppen, die auf die gleiche Schule gehen würden. Später während der gesamten Schulzeit befand sich in der Schule stets eine Lehrerin als Ansprechpartner für alle Internationals und einmal in der Woche kam eine Mitarbeiterin des Schuldistrikts an unsere Schule, an die wir uns ebenso mit unseren Sorgen wenden konnten. Es wurden zu Beginn auch nochmals regelmäßig Treffen abgehalten, um Wichtiges aufzufrischen und über bisherige Erlebnisse zu berichten. Während meines Aufenthalts wurden auch diverse Ausflüge angeboten, u.A. zu einem Eishockeyspiel, nach Viktoria, ins Fright Night zu Halloween, und im Dezember ein zweitägiger Skitrip mit Übernachtung nach Whistler.
Meine SCHULE war die MRSS, die Maple Ridge Secondary School. Für mich eine der besten Schulen überhaupt. Alle Schüler waren super freundlich, aufgeschlossen für neue Kulturen und sehr hilfsbereit. Meine Schule hatte bereits einen sehr guten Ruf, nicht zuletzt deshalb, weil sie bereits lange Erfahrungen mit Internationals gemacht hatte und im gesamten Schuldistrikt eine der Schulen mit den meisten Nationalitäten ist. Wir hatten u.A. Chinesen, Japaner, Koreaner, Mexikaner, Spanier, Portugiesen, Brasilianer, Iren, Franzosen und natürlich Deutsche vor Ort. Schule war dort für uns sehr einfach, jeder hat sich spätestens nach der Eingewöhnungszeit pudelwohl gefühlt an dieser Schule. Wir konnten aus fast allen Schulfächern unseren Stundenplan frei zusammenstellen und dies stets unverbindlich, denn wir konnten wann immer wir Lust hatten Änderungen vornehmen lassen. Meist musste ich Kurse nehmen, die eigentlich für höhere Stufen als die meine bestimmt waren, da die gleichstufigen einfach zu einfach waren und Stoff behandelten, der bei mir zu Hause schon lange vorausgesetzt wurde. Im Prinzip würde ich schätzen, dass die Schule in Kanada, was den Inhalt des Lehrplans angeht, ca. 2 Jahre hintenan ist im Vergleich zum Deutschen. Nichts desto trotz ist die Lernatmosphere dort deutlich ruhiger und freundlicher. Die Schüler klagen deutlich weniger und haben zumindest keine Unlust in der Schule zu sein. Nachmittags nach Schulschluss (=bei mir 14:40 Uhr) finden die Trainings der diversen Schulteams statt, bei denen man auch einsteigen und mitmachen kann, wenn man z.B nur drei Monate dort ist.
Meine GASTFAMILIE war für mich wie eine zweite Familie. Ich habe mich vom ersten Tag an sicher und geborgen gefühlt. Natürlich gab es anfangs einige kleinere Konflikte, aber auch das hat sich schnell gefunden. Ich hatte in meiner Gastfamilie eine jüngere Gastschwester und einen gleichaltrigen Gastbruder, mit dem ich auch öfters etwas unternommen habe. Außerdem war in meiner Gastfamilie noch ein Brasilianer untergebracht, er war eine Stufe über mir. Ich war sehr begeistert als meine Gasteltern die anderen und mich in meiner ersten Woche zu einem Baseballspiel nach Vancouver mitgenommen haben. Anfangs war die Stimmung teils noch etwas verhalten, aber nachdem man sich besser kennengelernt hatte und eine Vertrauensbasis hergestellt worden war, wurde die Stimmung immer offener und fröhlicher. Ich habe es genossen abends mit allen gemeinsam zu essen und anschließend mit Ihnen fernzusehen und wir hatten allerhand lustige Erlebnisse. Meine Gastmutter hat mich immer irgendwo hingefahren wenn ich mal da oder dorthin musste und ich durfte stets machen wonach mir beliebte, vorausgesetzt ich ließ es vorher meine Gasteltern wissen.
Ich habe meinen Aufenthalt wirklich sehr genossen und kann eine solche Aktion nur äußert weiterempfehlen. Ich hatte eine grandiose Zeit und wünsche dies jedem, der in Erwägung zieht, diese Reise ebenfalls anzutreten.


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