A

(4.2)

Vorbereitung
Das Seminar vor der Abfahrt hat einen super auf das Auslandsjahr vorbereitet. Ich habe mich später oft an Tipps zum Verhalten in verschiedenen Situationen mit der Gastfamilie, in der Schule usw. zurückerinnert und bin dankbar über die vielen guten Ratschläge. Ich habe viel darüber gelernt, was man bei Heimweh tun kann oder wenn es einem allgemein im Auslandsjahr einmal nicht so gut geht und auch die Tipps dazu, wie oft man mit seiner Familie in Deutschland Kontakt haben sollte waren sehr hilfreich. Außerdem habe ich viele andere Austauschschüler kennengelernt. Sich mit Leuten auszutauschen die in genau derselben Situation sind, war super. Im Allgemeinen hat das Vorbereitungsseminar dazu beigetragen, dass man mit weniger Angst auf das Auslandsjahr zugeht, da man sich gut vorbereitet fühlt. Das einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre, dass noch mehr auf kulturelle Unterschiede zwischen dem Gastland und Deutschland eingegangen worden wäre. Denn wir haben zwar sehr viele Informationen diesbezüglich über die USA bekommen, aber eher weniger bezogen auf die anderen Gastländer, wie Frankreich.

Betreuung
Die Betreuung von iE war von Anfang an hervorragend! Schon beim Interview habe ich meine Ansprechpartnerin, Mareike, kennengelernt. Sie und das ganze iE- Team waren wirklich immer bei Fragen erreichbar und haben einen immer super unterstützt und das vor und während des Auslandsjahres! Mein local coordinator von der Partnerorganisation WEP in Frankreich hat sich leider weniger gekümmert. Deshalb war ich echt froh, mich während des Auslandsjahres auch immer wieder an WEP wenden zu dürfen. Es war super zu wissen, dass man dort immer mit jemandem reden konnte, wenn man Hilfe brauchte.

Schule
Meine Schule war eine der größten Schulen Frankreichs. Trotzdem habe ich mich dort ziemlich schnell zurechtgefunden. Im Unterricht wurde ich eigentlich genau wie die anderen französischen Schüler behandelt und auch benotet. Wenn doch mal etwas zu schwer war, konnte ich mit meinen Lehrern immer darüber reden und eine Lösung finden. Sie waren sehr engagiert und hilfsbereit. Gerade am Anfang, als es mit der Sprache noch etwas schwieriger war, war ich froh, dass sie so verständnisvoll waren. Ich durfte dann in den Klassenarbeiten zum Beispiel ein Wörterbuch benutzen. Nach und nach haben die Lehrer dann auch etwas mehr gefordert, worüber ich aber sehr froh war. Denn gerade den Mitschülern gegenüber hätte es bestimmt zu Problemen kommen können, wenn ich als Austauschschülerin "hätte machen können, was ich will". So aber kam zum Glück kein Neid auf.
In Frankreich hat man oft bis 17 Uhr Schule, was am Anfang echt anstrengend sein kann. Allerdings hat man dafür auch jeden Tag eine 90 Minuten lange Mittagspause, wo man in der Mensa isst, was ich sehr vermissen werde ; ) und auch hin und wieder Freistunden. Man gewöhnt sich schnell an dieses System. Dadurch, dass man fast den ganzen Tag in der Schule verbringt, war es auch sehr einfach Anschluss zu finden. Hinzu kam, dass man in Frankreich in der zehnten Klasse auf eine neue Schule, das "lycée" kommt. Dadurch waren in meiner Klasse sozusagen alle neu. Auch das hat es natürlich erleichtert, Freunde zu finden.

Familie
Meine Gastfamilie war mit den vier Gastgeschwistern das komplette Gegenteil von meiner echten Familie, was wirklich toll war. Außerdem lebten sie auf dem Land, während ich aus einer großen Stadt komme. Ich habe also bei ihnen eine ganz andere Lebensweise entdeckt und sehr viel von ihnen gelernt. Mein großer Gastbruder ging außerdem auf dieselbe Schule, sodass er mir am Anfang alles zeigen konnte, was bei der großen Schule echt gut war. Ich konnte mich mit Problemen und Sorgen immer an die Gasteltern wenden und wurde von ihnen wie ihr eigenes Kind behandelt. Ich hätte mir keine bessere Gastfamilie wünschen können!