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(3.2)

August 2009 bin ich in die wunderschönen Vereinigten Staaten geflogen, zum Auslandsjahr. Seitdem habe ich immer wieder den Weg in andere Länder gefunden und wohne seit 5 Jahren in den Niederlanden. Was ich damit sagen möchte ist, dass mein (schriftliches) Deutsch nicht mehr das Beste ist, wenn du diese Bewertung ließt.
Dies ist eine ehrliche Bewertung. Auch in dem besten Jahr eines Lebens ist nicht alles immer perfekt.

Hier ist meine Erfahrung mit iE und meinem Auslandsjahr:

Vorbereitung

Zur Vorbereitung meines Auslandsjahres habe ich an einem Vorbereitungsseminar von iE teilgenommen. Ein Wochenende lang, habe ich mit anderen deutschen Austauschschülern viel über Amerikanische Sitten und Rituale gelernt. Die Vorbereitung hat mir viel geholfen, weil ich mich damit schnell anpassen konnte und damit auch manche Situationen die in Deutschland anders verlaufen wären besser verstehen und handhaben konnte. Es war auch gut mit anderen Austauschschülern zu sprechen, da in meinem Umfeld nur wenige diese Erfahrung mit mir teilen konnten. Manche wussten schon in welchen Staat oder zu welcher Familie sie kommen. Das war sehr aufregend und hat die Vorfreude nur vergrößert. Zusätzlich habe ich eins oder zwei Bücher über die Amerikanische Kultur gelesen.

Betreuung

Wie jeder Austauschschüler hatte ich einen Coach vor Ort. Sie hat zweimal in dem ganzen Jahr ein Meeting mit mir vereinbart. Ich weiß und wusste eigentlich nichts von ihr oder ihrem Leben. Beim ersten Treffen kam sie bei meiner Gastfamilie vorbei. Sie hat ein paar Fragen gefragt und weil alles in bester Ordnung war, ist sie auch bald wieder gegangen. Beim zweiten Treffen kam sie in der Schule vorbei, weil noch weitere Austauschschüler von ihr auf meiner Schule waren und da konnte sie mit uns allen kurz sprechen. Zu der Zeit hätte ich mir mehr Hilfe von ihr gewünscht oder mindestens mehr Kontakt mir ihr aber von ihrer Seite kam nichts, obwohl sie wusste, dass ich mit Kulturellenunterschieden zu kämpfen hatte. Der Vorteil hier war, dass ich und meine Gastfamilie, dass dann alles wie eine Familie geklärt haben. In Deutschland bei der eigenen Familie gibt es (zumindest bei mir) auch keinen Schiedsrichter der bei Auseinandersetzungen mit spielt.

Schule

Ich habe die Northside Christian Highschool in St. Petersburg, Florida besucht. NCS ist eine christliche, private highschool und in meinem Jahrgang waren wir ungefähr 70 Schüler. Jeder kannte jeden und man kannte auch die Eltern und Geschwister von allen. Religion spielt eine große Rolle im täglichen Schulalltag dort aber auch in Amerika generell. Auch wenn man nicht religiös ist, kann man es aushalten. (Als Atheist würde ich es nicht empfehlen auf eine christliche, katholische, etc. Highschool zu gehen). Es gab eine Schuluniform (Poloshirts und Pullis) und die Hosen mussten Knielang sein. Freitags durfte man Schult-shirts tragen (man bekommt sehr sehr viele Shirts wenn man Sport macht oder an irgendwas Teil nimmt und solange das Schullogo drauf ist darf man es anziehen).

Ein typischer Tag an der NCS :
7.50am-8.00am: Morning prayer (beten) & Pledge of Allegiance to the Christian and to the American Flag
1. American History
2. Homeroom (freie Zeit um Hausaufgaben zu machen)
3. Algebra (Mathe)
Lunch (ich habe mir von zu Hause ein Sandwhich uns Snacks mitgenommen. Man konnte aber auch Essen kaufen)
4. Art
5. English (man lernt jede Woche Englische Vocabeln und ließt amerikanische Bücher)
6. Weightlifting (im Fitnessraum haben wir Gewichte gestämmt)
7. Morality (Religion - wir haben gelernt über Themen wie Abtreibung, Atheismus, etc. zu debattieren und haben unsere Aussagen mit Versen aus der Bibel unterstützt)

Jeden Donnerstag hatten wir (die ganze Schule) Gottesdienst in der Turnhalle. Sollte eine Klasse zu schwer sein, lass sie in den ersten zwei Wochen direkt anpassen. Man hat jeden Tag den gleichen Stundenplan. Es gab jeden Tag Hausaufgaben und die werden auch immer bewertet. Die Note kann man dann online einsehen (deine Hostparents können die Noten auch sehen).

Um 3.10pm war man fertig mit allen Klassen. Dann hab ich meine Sporttasche gepackt und bin zum Training. Man kann pro Jahr an 3 Sportarten teilnehmen. Ich bin von August bis Oktober geschwommen. Ich bin vorher noch nie professionell geschwommen, aber weil ich unter der Woche täglich 2 Stunden Training mit meinem Schulteam hatte, habe ich es ganz schnell gelernt. Man hat dann auch wöchentlich Wettkämpfe gegen andere Schulen, was sehr cool und aufregend war. Von Oktober bis Februar habe ich Basketball gespielt und von Februar bis Mai habe ich Tennis gespielt.
Vom Sport wurden ich und meine Gastschwester von meinen Hostparents abgeholt. Dann war es meistens rund 5pm. Dann duscht man, isst zu Abend, und macht Hausaufgaben. Der Tag war komplett gefüllt und man hatte immer Spaß dabei. Ich rate jedem Sport zu machen oder in der Band zu spielen. So lernt man direkt Leute kennen und findet Freunde.

Familie

Ich kam zu einer Familie mit einer Tochter. Meine Gastschwester war damals 13 Jahre alt. Sie ging auf die selbe Schule nur, dass sie noch in der Middleschool war. Meine Gasteltern sind auch heute noch wie meine zweiten Eltern und meine Gastschwester ist meine Schwester. Ich besuche sie fast jedes Jahr und ich habe noch immer mein eigenes Zimmer im Haus. Zusammen haben wir viel erlebt. Wir sind auch in viele Urlaube gefahren, zum Beispiel haben wir eine Kreuzfahrt von Miami nach Haiti und Jamaica gemacht und sind ein paar mal nach Disneyland. Meine Familie hat mich mehr als verwöhnt und hat mich wie ihre eigene Tochter behandelt. Sie sind extrem herzlich und zuvorkommend. Sie waren bei allen meinen Wettkämpfen und Ehrungen. Man darf aber auch hier nicht vergessen, dass wie in der eigenen Familie nicht immer alles ohne Probleme oder Auseinandersetzungen läuft. Wie gesagt meine Gastschwester war 13 und auch die Amis entkommen der Pubertät nicht ;) Sonntags sind wir immer in die Kirche zusammen gegangen. Am Wochenende habe ich mich oft mit Freunden getroffen. Wir sind dann shoppen gegangen, ins Kino, zum Lasertag, oder auch zum Minigolf. Da ich kein Auto hatte, wurde ich meistens von Freunden mitgenommen.


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