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A

(4.4)

Vorbereitung
Obwohl ich extrem knapp mit der Anmeldung dran war (Ende Februar bzw. Anfang März erst verbindlich) und innerhalb meiner Familie viel Ablenkung durch einen Krankheitsfall war, hat iE sich super an uns angepasst und mir das Gefühl gegeben, dass alles möglich ist. Es ist nicht nur jemand zum Interview zu mir nach Hause gekommen, was super entspannt war und mir jeden verbleibenden Zweifel genommen hat, sondern ich wurde auch noch von einem der Gründer persönlich angerufen, als es nicht sicher war, ob ich mir den Aufenthalt leisten können würde. Ich hatte im Vergleich mit anderen Organisationen viel eher das Gefühl, dass hinter der Vorbereitung und Planung meines Auslandsjahres tatsächlich Menschen standen, die sich persönlich damit beschäftigt haben, und nicht nur eine gut geölte Maschinerie, die Schüler wie am Fließband ins Ausland schickt.
Mir hat ganz besonders das Vorbereitungsseminar viel gebracht. Mit einigen der anderen zukünftigen Austauschschüler, die ich dort kennengelernt habe, habe ich immernoch Kontakt und während unserer Aufenthalte haben wir uns in einer Facebook Gruppe über alles ausgetauscht. So musste man bei Heimweh nicht sofort seine Eltern beunruhigen, hatte aber trotzdem Unterstützung, vor allem von Leuten, die in genau der gleichen Situation waren.
Am Ende war es zwar knapp - eine Woche bevor mein Flug ging kam der Anruf, dass ich eine Familie hatte - aber es hat alles perfekt geklappt.

Betreuung
Im Nachhinein ist die Betreuung bei iE die eine Qualität, die für mich persönlich am meisten heraussticht. Wie bereits gesagt wurde ich zu Hause besucht und habe dann auch später fast immer mit der gleichen Mitarbeiterin telefoniert. Sie kannte meinen Namen, meine Situation, meine Sorgen und Hoffnungen - ohne irgendwo in einer Akte nachlesen zu müssen. Das allein hat mir schon unglaublich viel Vertrauen darin gegeben, dass ich gut aufgehoben war.
Vor Ort in Amerika war es noch besser. Obwohl mein Flug über fünf Stunden Verspätung hatte hat mein Local Coordinator geduldig auf mich gewartet und mir meinen Gastvater vorgestellt. Ich hatte das Glück, sie vorher schon auf einem der Vorbereitungsseminare kennengelernt zu haben, also war das Ganze schon nicht mehr ganz so fremd. Sie hat mich und meine Gastfamilie dann auch prompt zu einem ersten Treffen kaum einen Monat nach meiner Ankunft eingeladen, wo ich andere Gastschüler und ihre Familien kennenlernen konnte. In meinen zehn Monaten in den USA habe ich sie bestimmt zwanzig Mal gesehen, wenn nicht mehr. Sie ist zu einer Aufführung meines Musicals gekommen, hat Ausflüge mit den ihr zugewiesenen Austauschschülern gemacht und mir in schwierigen Situationen immer zur Seite gestanden. Ich stehe heute noch mit ihr in Kontakt und habe auch ihre Familie so lieb gewonnen, als wäre ich ein Teil davon. Egal was in meinem Austauschjahr passiert ist, ich hatte immer jemanden, der mir den Rücken gestärkt hätte, wenn ich sie gebraucht hätte.

Schule
Mein Anspruch an eine High School war in dem Sinne recht hoch, da ich darauf bestanden habe, Französisch weiter nehmen zu können. Das ist gar nicht so häufig in Amerika, wo Spanisch die typische erste Fremdsprache ist. Zu Beginn war die Umgewöhnung schwierig - ich komme aus der Vorstadt, obwohl meine Oberschule in Deutschland öffentlich war, war sie recht elitär, sowohl vom Angebot als auch vom Klientel her. In Amerika bin ich an einer City School gelandet, mitten in Denver. 65% der Schüler waren Hispanics, auf dem Schulhof konnte man also doch viel Spanisch hören und insgesamt waren die wenigsten Schüler wohlhabend - was sich auch im Angebot der Schule widerspiegelte. Aber trotz dieser recht anderen Umstände habe ich mich unheimlich gut eingelebt und möchte diese Erfahrung nicht missen. Ich habe Freunde aus allen möglichen Familienhintergründen gefunden und sehr viel mehr gelernt, als nur Schulstoff. Das Französischangebot war vorhanden, aber zuerst sehr unter dem Level, dass ich durch meine Schule hatte - aber kein Problem, ich wurde sofort von meinem Counselor hochgestuft, in die Senior Klasse auf IB Level - obwohl ich ein Junior war. Auch der Sport nach der Schule hatte ein super Angebot. Zwar hat unsere Schule selten die großen Preise gewonnen - dafür durften aber alle mitmachen. Andere Schulen im Umkreis hatten winzige Sportteams mit nur den besten Schülern, aber bei uns ging es darum, sich auszuprobieren. So konnte ich in einem Jahr drei Sportarten entdecken, am Musical teilnehmen und habe auch spannende Schulfächer belegt, die ich hier nicht hätte nehmen können.

Familie
Meine Familie war kein "perfect fit", wie es sehr oft erzählt wird. Es gibt dieses Klischee der Gastfamilie, die so eng ist, dass sie wie eine eigene Familie geworden ist. Das ist super, wenn es passiert, aber mir war schon zu Beginn klar, dass es sehr viel verlangt ist. Ich hatte eine liebe und großzügige Familie, die mich mit offenen Armen empfangen hat, mich auf Reisen durch die USA mitgenommen hat und mir auch sonst viel Freiraum gelassen hat. Meine Unterbringung hätte nicht besser sein können, ein eigenes Zimmer mit Bad im Untergeschoss. Aber es war sehr klar, dass sie nicht ganz vorbereitet darauf waren, ein jugendliches Mädchen zu bekommen. Ich hatte zwei kleine Gastbrüder, die nicht mal halb so alt waren wie ich - kein Vergleich also. Mit meiner Gastmutter hatte ich dadurch ein eher freundschaftliches Verhältnis. Mein Gastvater war sich oft ein bisschen unsicher, wie autoritär er sein sollte, ob er den Erziehungsmethoden meiner Eltern zu Hause folgen sollte oder seinen eigenen. Gerade mit Übernachtungen mit Freunden, Zeiten zu denen ich zu Hause sein sollte und vor allem Dates war das eine Grauzone, durch die wir uns erst mal durchdiskutieren mussten. Am Ende hat das alles geklappt und ich habe meine vollen zehn Monate mit ihnen verbracht. Seitdem hat sich der Kontakt von beiden Seiten gleichermaßen ein bisschen abgekühlt - wir schreiben noch manchmal, aber an sich sind wir sehr unterschiedlich in unseren Werten und das hat sich gerade gegen Ende meines Aufenthaltes gezeigt.
Ich bin tatsächlich sehr froh darüber, dass nicht alles perfekt war. So viel wie in diesen zehn Monaten habe ich noch nie gelernt - und auch seitdem nicht. Ich bin sehr viel selbstbewusster, aber auch diplomatischer im Umgang mit anderen geworden. Das habe ich unter anderem meiner Gastfamilie zu verdanken.

Insgesamt muss ich einfach sagen, dass es bestimmte Dinge gibt, auf die eine Organisation Einfluss hat; wie sie persönlich mit ihren Austauschschülern umgehen, wie viele Kandidaten sie annehmen, um versichern zu können, dass alle untergebracht werden, wie sie die Familien auswählen und so weiter. Und in all diesen Aspekten hätte ich persönlich nicht zufriedener sein können. Mein Austauschjahr war einwandfrei geplant, ich war sicher untergebracht, hatte immer einen Ansprechpartner, mit dem ich mich wohl gefühlt habe und habe nicht eine, sondern gleich zwei potentielle Familien vorgeschlagen bekommen, als ich mir unsicher war. Es gibt aber Dinge, die eine Organisation nicht zu hundert Prozent kontrollieren kann; wie man sich tatsächlich mit seiner Familie versteht und zu welcher Schule man im Public School Programm zugeordnet wird. Ich war schlussendlich mit beidem zufrieden. Aber mir war immer bewusst, dass ich durch iE eine Alternative bekommen könnte, wenn ich ernsthafte Probleme gehabt hätte.
Was mich betrifft, hat iE alle seine Versprechen gehalten und sogar noch mehr geboten. Deshalb kann ich es nur weiterempfehlen.


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