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(4.0)

Auf unser Auslandsjahr wurden wir sehr gut vorbereitet. Es gab ein Treffen über mehrere Stunden, wo wir über zahlreiche Dinge informiert worden sind. Außerdem haben wir die Gruppe und die Betreuer kennengelernt mit denen wir auch unsere große Reise angetreten sind. Wir konnten uns mit den anderen austauschen und uns vorbereiten. Von der Reise bis hin zu Regeln in den Gastfamilien und kulturelle Unterschiede wurde uns alles sehr anschaulich erklärt. Am Ende gab es auch nochmal für die Eltern eine Zusammenfassung vom Tag. Auch danach war ich noch mit anderen Austauschschülern in Kontakt.

Dann begann die große Reise mit der Orientation nach Toronto. Zusammen mit der Gruppe von etwa 20 Leuten und unserem Betreuer haben wir dort ein paar schöne Tage verbracht. Man konnte sich schonmal an die kanadische Luft gewöhnen bis es wirklich losging. Die Betreuer haben gut darauf geachtet, dass wir alle zu unseren Gastfamilien gekommen sind. Sie haben uns bis zum letzten Moment unterstützt, was sehr hilfreich in so einer aufregenden Situation ist.

In meiner Gastfamilie angekommen (Victoria, British Columbia), war es schon relativ spät und am nächsten Tag hatte ich direkt Schule. Aber sie machten einen sehr netten ersten Eindruck. Der erste Schultag an der Royal Bay Secondary School war sehr aufregend und ich hatte ein bisschen Angst, aber mein Gastvater hat mich zur Schule gefahren und an den Koordinator an der Schule überreicht. Leider kam ich erst eine Woche nach Schulbeginn an, weshalb die anderen Austauschschüler an meiner Schule schon eingewiesen worden sind. Aber ich hatte das Glück, dass ich schon eine Ansprechpartnerin aus Deutschland hatte, mit der ich vorher Kontakt aufgenommen habe. So konnte ich schnell anschließen und sie hat mir alles gezeigt. An meiner Schule gab es relativ viele Austauschschüler, die meisten aus Asien, Deutschland und Mexiko.
Ich habe die kanadische Schule geliebt und sie war was ganz anderes als hier in Deutschland. Eine Erfahrung, die man meiner Meinung nach unbedingt machen sollte. Ds gibt ganz andere Fächer, wie zum Beispiel Kochen, Tanzen, Media Design oder Psychologie. Natürlich sollte man auch ein akademisches Fach belegen (sowas wie Mathe oder Englisch) aber auch das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte 4 Stunden am Tag und auch nur die 4 Fächer im ganzen Halbjahr. Meine Schule fing um neun an und endete um 15 Uhr. Zwischendurch gab es Pausen und Lunch. Die Lehrer waren sehr nett und haben sich für einen interessiert, Fragen gestellt und auf uns Rücksicht genommen. Ich konnte in der kurzen Zeit ein gutes Verhältnis zu ihnen aufbauen. Auch unser Koordinator an der Schule hat uns immer geholfen, wenn wir mal nicht weiter wussten. Wir konnten mit allem zu ihm kommen und haben uns sehr wohl gefühlt. Es gab auch ein paar Schulveranstaltungen, wie Basketballspiele oder Aktions-Tage. Ich hatte jeden Tag Lust zur Schule zu gehen!

Auch in meiner Gastfamilie lief es sehr gut. Ich habe mich hervorragend mit ihnen verstanden. Meine Gastfamilie bestand aus meinen Gasteltern und meinem zwei jährigen Gastbruder. Außerdem hatte meine Gastfamilie einen Hund und eine Katze. Auch die Großeltern habe ich kennengelernt und sie waren sehr freundlich zu mir. Wir haben zusammen zu Abend gegessen und das Essen war wirklich gut!! Allerdings haben wir nicht so viel gemeinsam unternommen, was ich sehr schade fand. Außer einkaufen und Familie besuchen, haben wir nichts außerhalb der Nachbarschaft gemacht. Aber es hilft immer, mit der Gastfamilie zu reden und zu besprechen was einen stört oder was man ändern möchte. Es kann nur besser werden! An meinem letzten Tag waren wir noch wandern, was unglaublich schön in Kanada ist. Dafür habe ich sehr viel mit Freunden unternommen oder mich bei den international Trips angemeldet. Das hat auch viel Spaß gemacht!!

Leider kam uns Corona dazwischen. Ich bin daher vorzeitig abgereist und konnte von meinen 5 Monaten im Ausland, nur 2 genießen. Doch diese zwei Monate waren die schönsten in meinem Leben. Ich habe so viele neue Erfahrungen und Erlebnisse gesammelt, die ich niemals gegen irgendwas eintauschen würde. Auch wenn der frühe Abschied schwergefallen ist, bin ich froh diesen großen Schritt gewagt zu haben.
Trotzdem bin ich unendlich traurig, dass ich mein Auslandsjahr nicht voll ausleben konnte. Ich wollte noch so viel machen und erleben, doch das ging nicht. Meine Entscheidung zurück nach Hause zu fahren fiel mir sehr schwer, aber ich habe mich dennoch dazu entschlossen, da ich mich in Kanada zu sehr eingeschränkt gefühlt habe. Wir konnten nichts mehr unternehmen oder Freunde treffen, die Schule war zu und man sollte möglichst im Haus bleiben. In dieser Zeit habe ich viel mit meinen Freunden und meiner Familie gesprochen. Ich bin froh, dass sie für mich da waren und sie haben mich sehr mit allem unterstützt.
Ich werde auf jeden Fall wieder nach Kanada reisen, um meiner Familie das wunderschöne Kanada zu zeigen, meine Freunde wiederzusehen und um meine To-Do Liste vollständig abzuhaken!!


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