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(4.2)

Der Vorbereitungsworkshop wurde meiner Meinung nach sehr gut gestaltet und war auch informativ, jedoch kann einen Nichts wirklich darauf vorbereiten, was einen erwartet. Ich fand die Erfahrungsberichte der Returnees sehr interessant und hilfreich, da sie sich in der gleichen Situation befunden hatten, in der man war und Sorgen und Ängste somit gut verstehen konnten. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis mit meiner Gastfamilie und eigentlich keine Probleme wie Streits oder irgendetwas in dieser Art, jedoch waren die Kulturunterschiede, so klein sie auch sein mögen teilweise sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Mit Heimweh hatte ich jedoch gar kein Problem. Sich in der Schule einzuleben und schnell Freunde zu finden stellt sich dann doch irgendwie als schwerer heraus als man denkt. Ich kam mir am Anfang ziemlich bescheuert vor, weil ich das Gefühl hatte allen Leuten hinterher zu rennen und sie zu nerven. Kanadier sind zwar extrem freundlich und offen, jedoch haben die Jugendlichen in der Schule natürlich ihre eigenen Leben, ihre Hobbys, ihren Alltag. Auch ist nicht jeder unbedingt daran interessiert sich mit jemandem anzufreunden, der in ein paar Monaten wieder 8 Flugstunden entfernt ist und auch so schnell nicht mehr wiederkommt. Ich habe dann trotzdem schnell Anschluss in der Schule gefunden und hatte eigentlich in jedem Kurs Freunde. Auch das Schulsystem ist eine große Umstellung für mich gewesen, jedoch hat mir der Unterricht in Kanada sehr viel Freude bereitet und ich fand es sehr interessant eine andere Art Bildung zu vermitteln kennen zu lernen. Auch haben mich sehr viele Leute über mein Land und unsere Kultur, sowie auch das dortige Schulsystem ausgefragt, wodurch ich mir der Unterschiede und Vor- und Nachteile mehr bewusst geworden bin. Der Unterricht war in den akademischen Fächern, die ich besucht habe sehr einfach für mich. Ich war dort entweder Klassenbeste oder eine der besten. Leider durfte ich mir meine Fächer nicht selber aussuchen, sondern habe von der Schule bei der Anmeldung einen vorgefertigten Stundenplan bekommen. Jedoch durfte man am Anfang des Semesters noch Änderungen daran vornehmen. Ich war eigentlich sehr zufrieden mit dem Stundenplan und den Fächern, die ich bekommen hatte, jedoch war ich in keine Englisch Klasse eingeteilt. Aus diesem Grund habe ich Musik gegen Englisch getauscht. Es hat sich im Nachhinein rausgestellt, dass ich eigentlich in eine bessere Englisch Klasse gehört hätte, jedoch bin ich der Meinung, der Unterricht hat mir trotzdem viel gebracht. Ansonsten habe ich noch die Fächer Drama, Biologie und Travel & Tourism besucht. Darüber war ich sehr glücklich, da ich im Vorhinein schon gesagt hatte, dass ich sehr gerne Drama ausprobieren würde und ich auf jeden Fall Bio besuchen wollte, da ich in Deutschland im Bio LK bin und mir auch immer wieder gesagt wurde, Naturwissenschaften würden in Kanada sehr anders unterrichtet. Auch mein Biologie Kurs hat sich als zu einfach herausgestellt, er war aber trotzdem sehr interessant, vor allem, weil wir extrem viele Versuche gemacht haben. Offiziell habe ich die 10 klasse besucht, jedoch war mein Biologie Kurs ein 11-Klasse Kurs und mein Travel & Tourism Kurs für die Klassen 11 und 12. Das hat mir die Möglichkeit gegeben auch Schüler anderer Jahrgangsstufen kennen zu lernen und weitreichendere Kontakte zu knüpfen. Eine sehr tolle und besondere Erfahrung, die ich machen durfte war den Prom (Abschlussball) der anderen High School in meiner Stadt zu besuchen. Ich habe eine Freundin, die auf diese Schule gegangen ist und sie hat in Erfahrung gebracht, dass es dort eine Sonderregelung für Internationals gibt, die somit zum Prom gehen dürfen, auch wenn sie nicht die 12 Klasse oder sogar diese Schule besuchen. Im Allgemeinen gehe ich mit sehr vielen schönen Erinnerungen, wertvollen Erfahrungen und mit einer mehr bewussten Einstellung zu mir Selbst und meinen Ansichten wieder nach Hause. Auch wird Kanada immer eine Art Zuhause für mich sein und ich werde immer glücklich auf diese Zeit und die Menschen, die ich hier kennen gelernt habe zurück blicken.


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