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Hendrik Schattke | 2002 | Costa Rica / San Isidro

Hendrik, 16 Jahre, ist Schüler des Gymnasiums Willhöden in Hamburg-Blankenese und besucht zurzeit das Colegio Liceo Unesco in San Isidro, Costa Rica (über AFS).

Lange Schultage

Das Schulsystem in Costa Rica unterscheidet sich von dem in Deutschland in drei Punkten. Als erstes die Anzahl der Schulstunden. Von der siebten Klasse an, welche den Eintritt in die High School bedeutet, haben die Schüler 48 Wochenstunden. Eine Schulstunde entspricht 40 Minuten. Dies hat lange Schultage zur Folge: Die Schule beginnt um sieben Uhr und dauert maximal bis 17:20 Uhr. Die Pausen sind kürzer und meistens hat man Doppelstunden. Auf Grund dieser hohen Anzahl von Schulstunden müssen die Schüler nur zwölf Jahre die Schule bis zum Abitur besuchen.

Die Fächerwahl

Der zweite Unterschied ist die Fächerwahl. Pflichtfächer im ganzen Land sind: Spanisch, Mathematik, Geschichte und Erdkunde (dieses Fach behandelt fast ausschließlich Costa Rica), Englisch oder Französisch, und ein naturwissenschaftliches Fach: Biologie, Chemie oder Physik. Dies sind die Fächer, die in der Abschlußprüfung behandelt werden und darüber entscheiden, ob man eine Klasse wiederholen muss oder nicht. Um am Ende des Jahres zum Examen zugelassen zu werden, muss man jedes weitere Fach, das man noch belegt hat, mit einer vorgegebenen Note bestehen. Diese anderen Fächer sind Philosophie, Sport, Musik, Kunst und eine zweite Naturwissenschaft. An einigen modernen Schulen, wie an der meinigen, wird ein System ausprobiert, in welchem man im Halbjahr die Kurse tauscht und somit noch zusätzlich Religion, eine dritte Naturwissenschaft, Architektur und ähnliche Fächer behandelt.

Das Notensystem

Der dritte wichtige Unterschied ist der des Notensystems. Da es darum geht, möglichst gut auf die Abschlussprüfung am Ende des Jahres vorbereitet zu sein, zählt vor allem das Schriftliche. Jedoch werden hier nicht wie in Deutschland die Arbeiten über das ganze Jahr verteilt. Es gibt drei Prüfungswochen, in denen jeweils eine Arbeit in jedem Fach geschrieben wird, wodurch man auf drei Arbeiten pro Jahr in jedem Fach kommt. In den meisten Fächern machen diese zusammen 70 Prozent der Note aus. Die anderen 30 Prozent teilen sich auf Verhalten im Unterricht, Projekte, Hausaufgaben und das Einbringen von Ideen. Eine mündliche Note ist nicht möglich, da fast nur der Lehrer redet. Wer am Ende des Jahres nicht 70 Prozent erreicht hat (was in Deutschland einem gut bis befriedigend entspricht), muss wiederholen.

Mit freundlicher Genehmigung des Hamburger Abendblattes

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