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(3.4)

Die Vorbereitung von Do It war sehr gut. Ich hatte im Endeffekt eigentlich keine ungeklärten Fragen als ich abgereist bin. Es war eher so, dass bestimmte Dinge für mich persönlich etwas häufig gesagt wurden. Vieles wurde mir schon in Einzelgespräche mehrfach erklärt und dann auch nochmal in den Meetings an denen ich Corona bedingt auch zweimal teilnehmen musste.

Auch wenn Do It im Ausland eher weniger für die Betreuung zuständig war, war es doch sehr schön, dass man ab und an eine E-Mail bekommen hat, die sich erkundigte wie es einem geht und ob es Probleme gibt. Die Betreung vor Ort von ISE war auch ziemlich gut. Bei Fragen gab es eine Beraterin an der Schule die gerne geholfen hat. Die Koordinatorin vor Ort, hätte allerdings etwas präsenter sein können, da ich sie tatsächlich nur einmal in einem generellen Meeting gesehen hatte und dann hätte es sich schon etwas komisch angefühlt sie einfach auf WhatsApp anzuschreiben wenn man mal ein Problem hat.

Meine Schule war auch eine sehr gute Wahl für mich. Auch wenn Corona bedingt nicht viele Fächer und AGs stattgefunden haben, hatte ich letztendlich doch zumindest 3 von 4 Fächern die ich mir gewünscht hatte. Ich persönlich habe meine Schule ausgewählt da sie einen Schwerpunkt auf Theater und Schauspiel gelegt hat und mir das sehr wichtig ist. Die Schwerpunkte waren bei der Do It Website bei den Vorstellungen der Schulen sehr übersichtlich was sehr bei der Entscheidung geholfen hat. Um letztendlich aber doch noch einen Kurs zu bekommen der überhaupt mit dem Thema Schauspiel zu tun hat musste ich dann eben noch vor Ort meine Kurse ändern, obwohl der Kurs meine 1. Priorität hatte. Auch wurde mir noch in Deutschland von Do It gesagt dass ich in die Musical AG gehen könnte, die an der Schule aber tatsächlich nur im 1. Halbjahr stattfindet, in dem ich Corona bedingt noch nicht da sein konnte. Irgendwo war dort also die Kommunikation zwischen Schule und Organisation eher mittelmäßig. Die Schule an sich war aber sehr gut. Auch wenn durch Corona ein Quartersystem eingeführt wurde in dem man für ein halbes Semester 2 Kurse hat und dann noch mal für ein halbes Semester 2 andere anstatt 4 pro Semester. Dies hat es etwas erschwert Freund:innen zu finden, da sich die Kurse doch relativ schnell gewechselt haben und es ja auch eine Weile dauert bis man mit den Menschen dort wirklich gute Freundschaften aufgebaut hat. Die Menschen an der Schule sind wirklich nett, auf sie zugehen muss man aber selbst, da es nicht so ist, wie es hier in Deutschland vielleicht wäre, dass Internationals was total spannendes sind. Zumindest an meiner Schule gab es davon nämlich einige. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es unglaublich wertvoll ist auch Freundschaften mit anderen Internationals zu schließen. Denn zum einen bekommt man so Freund:innen aus aller Welt und, vorallem wenn sie in Europa leben, ist es um einiges leichter sich später nochmal mit denen wiederzusehen, als es mit kanadischen Freund:innen wäre. Außerdem erfahren diese Menschen eben auch das, was du gerade erfährst. Wenn man vor Ort also mal Heimweh hat oder etwas nicht so super läuft kann man sich immer mit denen austauschen und die Chance, dass man verstanden wird, ist sehr viel höher als bei Menschen die nicht gerade ein Auslandsjahr machen.

Die Familie die mir zugewiesen wurde war auch gut, für mich aber vielleicht nicht die passendste. Es wurde relativ gut darauf geachtet dass immer vegane Dinge vorhanden waren, was auf jeden Fall schon mal sehr toll ist, da vegan und auch vegetarisch in Kanada nicht sonderlich verbreitet sind, was es natürlich auch schwieriger macht überhaupt von einer Gastfamilie genommen zu werden. Unternommen hat meine Gastfamilie allerdings sehr wenig mit mir, was etwas schade war, da sie auch häufig gesagt haben, wie gerne sie denn etwas mit mir machen wollen würden, es ist allerdings eigentlich nichts bei rumgekommen. Verstanden habe ich mich mit meiner Gastfamilie trotzdem und es gab auch eigentlich nie Streit. Politische Ansichten musste ich dafür allerdings zurückstellen, obwohl mir persönlich das sehr wichtig ist. Das ist mir nicht immer leicht gefallen. Ich denke außerdem, dass es hilfreich wäre bei Gastfamilien darauf zu achten wie sie LGBTQ+ Personen gegenüberstehen, um LGBTQ+ Austauschschüler:innen eine Reise zu ermöglichen in der sie vollständig sie selbst sein können, was für solche Personen in meiner Gastfamilie hätte schwierig werden können. Also auch wenn meine Gastfamilie trotzdem nett war und auch darauf achten wollte, dass es mir gut geht, gab es doch einige Differenzen die es mir manchmal schwer gemacht haben mich wohlzufühlen.


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