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Pressespiegel Schüleraustausch Das nachfolgende Interview wurde am 5. April 2002 vom Deutschlandradio (Deutschlandfunk) und am 1. März 2002 vom Radiosender NDR4 (Infoprogamm) gesendet. Fragen an: Auslandserfahrungen sind gefragt wie nie. Ob im Studium, im Beruf oder als persönliche Bereicherung. Jahr für Jahr verbringen ca. 14 000 deutsche Schüler und Schülerinnen ein Schuljahr im Ausland. 12 000 davon zieht es alljährlich in die USA. Wer sich für das kommende Schuljahr bewerben will, der kann das jetzt noch tun. Viele Organisationen nehmen Schüler noch bis Ende April an. Margret Bielenberg hat sich informiert. Kalifornien und Florida liegen ganz vorn auf der Wunschliste, wenn deutsche Schüler und Schülerinnen ein Schuljahr in den USA planen. Das allerdings kann bei der Vermittlung auch Probleme geben, meint Sylvia Schill, Mitautorin des Buches "Ein Schuljahr in den USA". Sylvia Schill: Die Sonnenstaaten sind natürlich die Favoriten der Schüler. Sie können als Wunschziele angegeben werden. Was wir empfehlen ist, immer möglichst offen zu sein, keine Wunschgebiete anzugeben. Die Familien lesen die Briefe und wenn eine Familie in Utah liest, der Schüler will unbedingt nur an den Strand, dann ist die Auswahl schon geringer und die Wahrscheinlichkeit, schnell plaziert zu werden, schwindet. Es gibt Organisationen die geben Wunschgebiete an, die man bezahlen muss und dann kommt man eben auch in das Zielgebiet rein. Ein Schuljahr in den USA ist teuer. Mit 6000 Euro muss man durchschnittlich rechnen. Dazu kommen Taschengeld und Extraausgaben wie beispielsweise, Reisen, Hobbies und Telefon. Ist dass für die Eltern zu teuer, der Schüler oder die Schülerin möchte aber unbedingt ein Jahr ins Ausland, so lässt sich auch ein Stipendium beantragen. Sylvia Schill: Es gibt einmal das parlamentarische Patenschaftsprogramm, das sind ungefähr 400 Stipendien, die vergeben werden - Vollstipendien. Die Organisationen vergeben Teil- und Vollstipendien in geringem Umfang. Dann gibt es das Schüler-Bafög, was auch angerechnet wird für das USA Jahr. Und dann Lions und Rotary Club, da kann man sich ebenfalls für ein Stipendium bewerben. Viele Organisationen bieten ein Schuljahr im Ausland an. Zwischen guten und schlechten zu unterscheiden ist schwer, da viele Institutionen im Inland und Ausland beteiligt sind. Wichtig ist, dass die Austauschorganisation einen Geschäftssitz in Deutschland hat, denn nur so ist sie verbindlicher Ansprechpartner. Das Gesetz über Gastschulaufenthalte bietet darüber hinaus Schülern und Eltern eine gewisse Sicherheit beim Planen und Durchführen des Auslandjahres. Sylvia Schill: Da sind 4 Punkte festgelegt worden. Einmal dass ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen werden muss mit Schülern und Eltern. Das war früher nicht der Fall. Dann, dass zwischen Bekanntgabe der Gastfamilienadresse und dem Abflug 14 Tage Zeit liegen müssen. Dass die Schüler angemessen vorbereitet werden müssen, dass ist der 3. Punkt, aber auch dass der Schüler eine gewisse Toleranz und Offenheit für das Gastland aufbringt. Die meisten Schüler gehen während des elften Schuljahres ins Ausland. Gibt es innerhalb der Familie Probleme, dann können sich die Schüler an ihren Betreuer vor Ort wenden. Der kümmert sich dann mit Unterstützung der jeweiligen Organisation um einen Wechsel. Das kommt etwa bei 25 bis 30% der Teilnehmer vor. Kehren die Schüler nach 10 Monaten USA an ihre deutsche Schule zurück, so gilt nicht für jeden das gleiche. Sylvia Schill: Es kommt auf das Bundesland an, auf die einzelne Schule und auf die Leistungen der Schüler. Ungefähr 50% der Schüler wiederholen nicht, dass heißt, sie überspringen die 11. Klasse und gehen direkt in die 12. Und andere müssen aufgrund ihrer eigenen Leistungen oder weil sie einfach vom Bundesland her die Erlaubnis nicht bekommen, das Schuljahr wiederholen. Mit Sicherheit ist so eine Erfahrung kein verlorenes Jahr, meint Sylvia Schill. Das Wichtigste bei der Vorbereitung aufs Ausland ist, dass die Schüler das auch wirklich von sich aus wollen. Sylvia Schill: Das ist auch das, was die Organisation im Auswahlgespräch rausfiltern soll: ist das der Wunsch des Schülers, wird er geschickt oder macht er das, weil alle es machen. Und dass man wirklich in der Lage ist zu sagen, okay, ich habe eben diese und jene Hobbys, aber wenn das im Gastland nicht gegeben ist, bin ich auch in der Lage darauf zu verzichten und mich anzupassen. Mit Sylvia Schill sprach Margret Bielenberg für NDR4 (Infoprogramm), 1. März 2002. |
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