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Erfahrungsbericht Verena's Austauschjahr in Nebraska Kurzinfo:
Inhalt:
"If it don't got frosting - it ain't cake" diesen grammatikalisch vollkommen falschen Satz sagte mein Gastbruder einmal und ich denke, er beschreibt mein Jahr recht gut: Hat ein Kuchen keinen Guss, ist es kein richtiger Kuchen. - In anderen Worten: Das Jahr ist, was man draus macht! Spätestens nach einem 4-wöchigen USA-Urlaub
mit meiner Familie im Jahr 2000 wusste ich, ich möchte für ein
Jahr nach Amerika gehen, um dort die Sprache zu erlernen und eine andere
Kultur kennen zu lernen. - Was mich wirklich erwartete, hätte ich
mir nie träumen lassen! Es war das tollste Jahr meines Lebens! Meine
Austauschorganisation EF Foundation schickte viele Briefe und andere Vorbereitungsmaterialien.
Das vierstündige Vorbereitungstreffen hat nicht nur unglaublichen
Spaß gemacht, sondern war gut strukturiert und sehr hilfreich! Richtig
begann es jedoch an einem Tag im August, als ich mit sehr geteilten Gefühlen
in das Flugzeug nach Lincoln, Nebraska, stieg. Ich wurde als ihre erste
Austauschschülerin sehr herzlich von meinen Gasteltern und meinem
16-jährigen Gastbruder Jesse empfangen. Unser Familienleben war sehr
ausgeprägt und die alltäglichen Diskussionen über geschichtliche
und aktuelle Ereignisse in der Politik sowie sehr schöne Zeiten zusammen
ließen mich wie eine leibliche Tochter fühlen. Die kleinen
Bruder-Schwester-Kabbeleien und Jesses überaus humorvolle Art machten
ihn zu dem besten Bruder, den man sich wünschen kann. Da machte sogar
(fast) der Haushalt Spaß! Dass Schule so viel Spaß machen kann, hätte
ich nicht gedacht: Chor, Theater, Jahrbuch, Multimedia, Geschichte, Spanisch
und vor allem Englisch. Aber Schule ist in Amerika viel mehr als Unterricht!
Es geht vor allem um "School Spirit"! Football und Basketball,
Cheerleader und Marching Band aus der Nähe zu sehen und zu erleben
ist schon irre - als wäre man geradewegs in einen amerikanischen
Film eingetaucht! Die Atmosphäre bei Spielen, Wettkämpfen und
Turnieren ist unbeschreiblich - ich konnte sogar vier Footballspiele der
Universität von Nebraska miterleben: 80.000 Menschen in rot gekleidet
und eine super Stimmung! Ich hatte außerdem das Glück nach
sehr aufwändigen Try-Outs zuerst im Musical "The Pajama Game"
und danach in drei verschiedenen Theaterproduktionen mitwirken zu können.
Mit dem Chor trat ich bei vielen Gelegenheiten auf, ich bekam sogar ein
Solo auf dem großen Weihnachtskonzert und bei der Graduation. Wir
nahmen außerdem eine CD auf und zum Ende des Jahres wurde ich für
besondere Leistungen in Chor und Drama ausgezeichnet! Am meisten hat mich
jedoch "Speech" in seinen Bann gezogen: Eine Art AG, in der
man Reden schreibt und dann zu Turnieren fährt, wo man diese präsentiert
und von Juroren bewertet wird. Vier Monate lang verbrachte ich drei Tage
die Woche im Training und drei auf Turnieren, die teilweise morgens um
10:00 begannen und bis Mitternacht liefen! Ich nahm erfolgreich an ca.
30 Turnieren teil, für die ich teilweise hoch ausgezeichnet wurde.
Nach einiger Zeit bemerkten die Juroren nicht einmal mehr, dass ich keine
Amerikanerin war. Die Menschen mit denen ich in der Schule und in Speech
war, werden mir immer in Erinnerung bleiben - wir haben so viele witzige
und schöne Momente miteinander verbracht. Sogar einige der (teilweise
sehr jungen) LehrerInnen wurden mir zu sehr guten Freunden! Und natürlich
war Prom ein wundervoll-amerikanisches Ereignis! Ich habe in meinem Jahr in Lincoln eine Menge wundervoller
Menschen getroffen und Freunde gefunden. Kirche und Schule, Speech und
Theater, Chor und Sport waren hierbei ausschlaggebend. An den monatlichen
EF-Meetings, die meine Regionale Betreuerin veranstaltete, traf ich Austauschschüler
aus den verschiedensten Ländern und wir tauschten uns über unsere
Erfahrungen und Kulturen aus. Übertroffen wurde dies allerdings noch
durch die EF-Discovery-Tour nach Kanada, die ich mit 27 weiteren Austauschschülern
aus aller Welt machte. Mit meiner Gastfamilie fuhr ich ihm Herbst für
eine Woche in die Black Hills nach South Dakota und zum Mount Rushmore,
welchen ich schon immer sehen wollte. Auf dem Rückweg stoppten wir
in Colorado. Nachdem wir über Thanksgiving nach Kansas und Missouri
fuhren, kannte ich die unendliche Weite der "middle of nowhere".
Mit meinen Freunden war ich oft beim Bowlen, in unserem Lieblings-Chinarestaurant,
bei Schulaktivitäten - haben geredet, gelacht und uns ausgetauscht!
Als mein High School Jahr im Sommer 2004 dem Ende zuging, konnte ich gar nicht glauben, wie schnell alles gegangen war! Wie erwartet hatte ich viel erlebt, viele wundervolle Menschen kennen gelernt, konnte eine zweite Sprache fließend, hatte in ihr gedacht und geträumt - und doch habe ich in diesem Jahr weitaus mehr gelernt als das! Ich habe mich in meinem Leben ein ganz großes Stück weiterentwickelt, habe gelernt kulturelle Unterschiede mit anderen Augen zu betrachten, zu tolerieren und zu achten. Ich habe mir EF's Motto zu meinem eigenen gemacht: "It's not right, it's not wrong - it's just different!"
Nun bin ich seit fast drei Jahren wieder in Deutschland.
Mein High School Jahr ist noch immer unvergessen und eine große
Anzahl an Kontakten besteht noch immer! Drei mal bin ich schon zu meiner
Gastfamilie zurückgeflogen und in mein fremdes Leben eingetaucht. |
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