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Erfahrungsbericht Silke Jahr in Argentinien (Teil 2) Kurzinfo:
Inhalt:
Ups, das war ja alles schon ziemlich lang, aber ich denke
mal, das sind Sachen, die euch auch ein bisschen Angst machen, oder euch
interessieren, wenn ihr ein Jahr nach Argentinien wollt. Und ab dem Morgen
wurde auch alles etwas entspannter. Ich habe zwar erst mal einen Anflug
von Heimweh bekommen, aber das hat sich schnell gelegt, als ich mit Adriana
an die Costanera gefahren bin. Die Costanera ist eine Straße, eine
Art Flusspromenade am Río Paraná, der Fluss der Argentinien
von Paraguay teilt. Man konnte von dort aus auch nach Paraguay rüberkucken
und über eine Brücke rüberfahren. Man trifft sich an der
Costanera, um Mate (argentinischer Tee) oder Tereré (kalten Mate
mit Saft) zu trinken und Leute zu treffen. Dort hab ich alle noch einmal
wiedergetroffen, die ich am Abend vorher kennengelernt habe und noch ein
paar mehr. Es war dort total schön und vor allem warm, ca. 25°C,
obwohl es grad "Winter" in Argentinien war.. Der traurige Teil "meines" Jahres Nach zwei Monaten fing ich an zu merken, dass Adriana
ein bisschen eifersüchtig auf mich war, weil ich mich auch gut mir
ihren Freunden verstanden habe, und Daniela (meine kleinere Schwester)
war es schon die ganze Zeit, von ihr hatte ich immer das Gefühl,
sie würde mich hassen. Mein kleiner Bruder (13) hat sowieso nie mit
mir geredet, obwohl er es gewesen war, der mich "ausgesucht"
hatte, weil er meinte, ich sähe auf dem Foto in meinen Unterlagen
so nett und schön aus. :o) Wie dem auch sei, ich habe mich nicht
mehr gut, mit meiner Familie verstanden, aber ich habe mich auch nicht
getraut zu wechseln, weil ich nicht noch einmal ganz von vorne anfangen
wollte. Ich dachte, ich hätte schon gute Freunde gefunden und das
es dumm wäre, jetzt noch mal anzufangen. Bis zum Dezember bin ich
in meiner ersten Familie geblieben, war auf meinem Abschlussball von der
Schule und eigentlich war es nur noch ein einziges Feiern, weil meine
Klasse im Dezember mit der Schule fertig war. Meine neue Gastfamilie, ein "richtiges Zuhause" Am 22.12. bin ich dann zu meiner neuen Familie umgezogen,
dort hatte ich natürlich zwei liebe Gasteltern (Mima und Carlos,
beide Lehrer an der Uni), eine Gastschwester (Natasha, 15) und drei Gastbrüder
(Carlitos, 13; Daniel, 18; und Sergio, 19). Achja, und einen süßen
Hund: Patsy. Ich kam eigentlich mit allen sehr gut klar, besonders mit
Daniel und Natasha. Mit Natasha hab ich zusammen in einem Zimmer geschlafen
und es war wesentlich weniger komfortabel als in der ersten Familie. Aber
auch viel gemütlicher und netter. Das wollte ich auch noch ganz kurz erzählen, denn
während ich meinen Sommerurlaub in unserem Wochenendhaus verbracht
habe, haben viele andere Urlaub in Brasilien gemacht. Eigentlich schade,
dass das bei mir nicht geklappt hat, aber dafür hab ich andere Orte
kennengelernt. Wie ich ja schon erzählt habe, war ich eine Woche
in Asunción/Paraguay und habe dort meine beste Freundin besucht.
Auch sonst war ich ein paar Mal in Paraguay, allerdings nur in Encarnación,
das ist die Stadt, die direkt gegenüber von Posadas auf der anderen
Seite des Río Paraná liegt. Dort haben wir manchmal eingekauft,
weil die Sachen in Paraguay viel billiger sind als in Argentinien. Ende Februar fing dann die Schule wieder an. Ich war jetzt
auf einer halbprivaten Schule, dort werden zwar die Räume, Strom
usw. von den Schulgeldern bezahlt, die Lehrer aber werden vom Staat bezahlt.
Dort hatte ich als Schuluniform einen sehr "schicken" weißen
Kittel, blaue Kniestrümpfe und immer noch lederne Halbschuhe. Auch
an dieser Schule wurde ich sehr lieb aufgenommen, wobei ich auf den ersten
Blick gesehen habe, das die Leute an dieser Schule nicht so eingebildet
und neureich waren wie an der privaten. Ich habe sofort Freunde gefunden
und mich total gut mit allen verstanden.
Der Höhepunkt "meines" Jahres war die Abschlussfahrt,
die ich mit meiner Klasse gemacht habe, nach San Carlos de Bariloche in
Patagonien (ein berühmter Skiort in den Anden). Das war die unkomplizierteste,
problemfreiste Woche, die ich in meinem Leben hatte. :o) Für diese
Fahrt hatte ich meinen Flug nach Deutschland 3 Wochen verschoben. Aber
am 28.8. musste ich dann doch nach Hause. Am Abend vorher haben wir noch
eine Abschiedsparty gemacht an der Costanera, und alle haben mir noch
kleine Geschenke gemacht und meinen Guardapolvo (den Kittel aus der Schule)
vollgekritzelt. Aber dann war es soweit, ich war am Flughafen, mit mir
meine Gastfamilie und ungefähr 15 Freunde. Meine beste Freundin sogar
mit der ganzen Familie, weil ich mich immer so gut mit denen verstanden
hatte und dort auch mal eine Woche gewohnt habe. Ich glaube, ich habe
noch mehr geheult als bei meinem Abflug in Deutschland. Aber gottseidank
hatte ich viele wunderbare Erinnerungen an "mein" Jahr, meine
Freunde und eben Argentinien - AGUANTE ARGENTINA CARAJO!!! |
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