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Erfahrungsbericht Sarah's Jahr in South Bend (Teil 1) Kurzinfo:
Inhalt: Hey, mein Name ist Sarah und ich bin 16 Jahre alt (am 25.05.1984 habe ich das Licht der Welt erblickt). Ich wohne, mit meinen Eltern + Hund + Katze, ca. 50 Minuten von Berlin entfernt, in einem kleinen 3.000 Einwohner zählenden Örtchen.
Über mein Leben kann ich mich im Augenblick überhaupt nicht beklagen. Es läuft alles so, wie ich es mir erhofft habe. Ich erreichte im Juli erfolgreich meinen Abschluß der 10. Klasse, wobei ich die letzten Tage schon gar nicht mehr mitbekommen habe, da "mein Jahr" bereits am 15. Juli 2000 angefangen hatte. In meiner Freizeit mache ich eigentlich alles was mir so Spass macht. Wie es mich nach Amerika verschlug Ich habe schon seit Ewigkeiten den Traum für eine Weile
in das Ausland zu gehen. Eine Weile in einem fremden Land zu leben, neue
Menschen kennen zu lernen, neue Freunde zu finden und eine neue Kultur
kennen zu lernen und natuerlich die Landessprache zu lernen. All das reitzte
mich sehr. Ich wusste aber nie konkret, wie ich diesen Traum ausleben
konnte. Doch mit der Zeit wurde mein Wunsch immer spezifischer und ich
wollte für ein "High School Year" nach Amerika, in das Land der unbegrenzten
Möglichkeiten, in dem Land in dem alles passieren kann. Die Vorbereitungsphase
war ganz schön stressig. Viele Fragen waren zu beantworten. Je näher wir dem Flughafen Berlin Tegel kamen, desto nervöser wurde ich. Aber ich war nicht die Einzigste die dort am Flughafen stand. Nach einer halben Ewigkeit des Wartens, des Tränenvergiessens, haben wir endlich unsere Flugtickets bekommen. Dann ging es los, das Tschuess-sagen, die letzte Umarmung, das letzte mal die Eltern zu sehen für die nächsten 10 Monate. Das war schon ganz schön schwer. Und im Transit-Bereich hat dann auch der Letzte angefangen zu heulen, ob er nun wollte oder nicht. Nachdem wir dann Alle fast 24 Stunden auf dem Beinen waren, sind wir endlich auf dem Flughafen in Newark gelandet. Jetzt konnte das Jahr endlich losgehen, jetzt gab es kein zurück mehr. Was jetzt folgte, waren zwei lustige Wochen im "Language and Culture camp " in Yale. Ich traf in Yale Jugendlich aus allen Nationen dieser Welt, die alle das gleiche Ziel vor sich hatten. So konnten wir auch schon einmal unsere ersten Schulenglisch-Kenntnisse ausprobieren. Das Gute war, es konnte keiner besser als der andere Englisch. In der Woche hatten wir von 9:00am - 3:30pm Unterricht und der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung. Es waren sehr viele Aktivitäten im Angebot, so das es nie langweilig wurde. Wir haben u.a. auch einen Tagesausflug nach New York, Boston und an den Strand nach Long Iland unternommen.
Aber leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei. Und so war man schon wieder am heulen, da man sich dieses mal von seinen neuen Freunden wieder verabschieden musste. Tja, man war nur am heulen und mitten in der Nacht hieß es für mich dann auf nach South Bend INDIANA, zu meiner neuen Heimat für die kommenden 10 Monate. Die erste Zeit in meinem neuen zu Hause Als ich im Flugzeug von Newark nach South Bend ganz alleine
saß, war ich nur am Überlegen.
(Fortsetzung ab Dezember 2000...) Zur Zeit haben wir endlich Ferien, was hier gar nicht so oft vorkommt, aber Jeder gebrauchen kann. Meine Schule geht jetzt schon mehr als drei Monate. Wir haben bereits die ersten Repotcards (Zeugnisse) bekommen, die es hier alle neun Wochen gibt. Die ersten Tage an meiner neuen Schule waren ganz schön anstrengend. Ich habe in diesen ersten Tagen viel gelernt, aber sie waren auch einsam. Ich war über jede Person dankbar, die mir geholfen oder einfach nur meine Fragen beantwortet hat. Die ersten Tage waren in dem Sinne aber auch ganz lustig, unsere Schule hat so ca. 1.600 Schüler und ich wußte nie wo welcher Klassenraum war, wodurch ich immer zu spät kam. Was mir dann geholfen hat war, daß andere Personen auf mich aufmerksam wurden und versuch haben mir zu helfen, denn als Austauschschüler ist man hier in Amerika gar nicht mehr so eine Seltenheit, das wird hier schon zur Normalität. Und somit wird man hier gar nicht mehr so beachtet und nicht jeder kommt sofort auf Dich zu und fragt Dir Löcher in den Bauch oder will nun unbedingt Dein Freund oder Freundin-werden. An meiner Schule sind wir sechs Austauschschüler (2x Deutschland und je 1x Japan, Niederlande, Frankreich und Schweiz).
Als ich damals meinen Stunden-plan zusammen gestellt habe, wurde ich auch gleich als Senior aufgelistet. Somit darf ich am Ende des Schuljahres im nächsten Jahr an der Graduation mit teilnehmen. Die Zusammenstellung meines Stundenplans war gar nicht so einfach. da ich schon einen Tag zu spät an die Schule kam und damit die besten und meißten Fächer schon belegt waren. Aber mit ein klein wenig Glück, Durchhaltevermögen und Hinterhergerenne bekommt man zum Schluß doch die Fächer, die man gerne haben möchte. Man muß manchmal nur tausende von guten Gründen finden. Aber wenn man dann merkt, daß die Fächer doch nicht so die Richtigen sind, fängt das ganze Spiel wieder von vorne an und man muß sich wieder durchboxen um alles wechseln zu können. Und schon aus diesen Gründen lernt man die englische Sprache, ob man will oder nicht. Wir haben hier Blockunterricht, daß heißt jeden Tag vier Stunden Unterricht je 90 Minuten. Und das wechselt dann alle zwei Tage und nennt sich "gold or purple day" Das ist abhängig von den Schulfarben. Aber nach einer Weile ist man dann voll im Schulalltag drin und inzwischen finde ich meine Klassenräume auch schon im Schlaf. Was aber immer noch zum Streß wird, wenn ich Unterricht im zweiten Stockwerk habe. Da mein Locker (Schulschließfach) im ersten Stock ist und unsere Pausen nur 5 Minuten lang sind. Das heißt dann jedesmal vom alten Klassenraum zum Locker hetzen und dann weiter zum neuen Klassenraum stürzen. Aber da findet man nach einer Weile auch so seine Tricks heraus.
1. Choir
Im nächsten Semester gibt es wieder ein paar neue Klassen, neue Lehrer und wieder neue Gesichter, da ich am Anfang meines Jahres einige Halbjahres Fächer ohne meines Wissens gewählt habe. Aber der Einstieg wird schon nicht so schwer fallen. Seit Mitte Oktober bin ich auch Mitglied in unserem Highschool-Schwimmteam. Das ist manchmal so anstrengend, das hätte ich mir nie träumen lassen. Die erste Zeit haben wir uns immer nach der Schule getroffen um wieder in Schwung zu kommen und den ersten Team-Spirit zu entwickeln. Das ging dann immer für eine Stunde (3:00pm - 4:00pm). Es wurde von Anfang an auch eine Hauptregel festgelegt. Wenn wir Mitglied im Schwimmteam sein wollen, dürfen wir uns ab jetzt auch nicht mehr rasieren (an Beinen und Armen), wo einige Teammitglieder natürlich nicht schlecht geguckt haben. Aber das ist ganz praktisch und es spart Zeit, die ich hier so gut wie kaum habe, denn das Schwimmen geht morgens von 5:15am - 6:30am. Einige Mädchen fahren danach noch mal nach Hause und holen etwas Schlaf nach aber der größte Teil bleibt in der Schule macht noch die restlichen Hausaufgaben oder geht in die Bibliothek und schläft dort noch ein wenig. Und am Nachmittag ist dann das gleiche Spielchen nocheinmal, 3:00pm - 5:30pm. Dadurch hat man nicht viel Freizeit, man lebt hier wirklich für die Schule und den Sport. Aber es macht Spaß, auch wenn es anstrengend ist und ich schon sehr oft mit dem Gedanken gespielt habe aufzuhören, aber zum Schluß ist doch jeder froh, die Sache durchgezogen zuhaben. Außerdem sehe ich mich nächstes Jahr im Jahrbuch meiner High School wieder. Die ersten Meets (Wettkämpfe) haben wie auch schon hinter uns, die sehr viel Spaß gemacht haben. Vor meinem ersten Meet war ich natürlich besonders nervös, da es auch noch gleich das Erste in dieser Saison war. Aber ich bin noch am Leben und darf auch noch weiter schwimmen, was für mich natürlich besonders "wow" ist. Denn als ich damals ins Schwimmteam gekommen bin, hatte ich mir nie irgendwelche Hoffnungen gemacht, mal in einem Meet mit zu schwimmen. Für mich war es nur Spaß an der Freude und ich wollte Freunde finden. Aber jetzt sehe ich das auch alles mit anderen Augen, ich bin jetzt als richtiges Mitglied angenommen worden und fiebere vor und während des Meet's immer mit. Ich finde, wenn man die Chance hat, an einer Aktivität teilzunehmen, dann sollte man diese auch nutzten. Denn durch das Schwimmteam habe ich die meisten Freunde gefunden.
Als ich noch in Deutschland war, habe ich immer gedacht die Weihnachtszeit wird die schlimmste Zeit werden, da jeder mit der Familie zusammen ist, nur ich nicht. Aber zum Schluß ist es doch alles anders geworden, als ich es gedacht hätte. Das habe ich aber zum größten Teil auch meiner Gastfamilie zu verdanken, daß es ein schönes Fest für alle geworden ist. Denn die Gastfamilien wissen, daß es für uns Austauschschüler schwer ist, soweit weg von zu Hause zu sein unter so viele fremde Leuten. Natürlich steht man schon einmal vor dem Weihnachtsbaum und die Tränen kullern, aber später kann man darüber auch wieder lachen. Unser Weihnachtsbaum ist nicht im Geringsten mit dem aus Deutschland zu vergleichen, aber das sind gerade die Dinge die den Unterschied machen. Wir haben hier einen Plastikbaum, mit vielen Ornamenten dran und darunter fährt die Eisenbahn so ihre Kreise. Das beste dieses Jahr war, wir haben zweimal Weihnachten gefeiert, zweimal Geschenke bekommen. Das erste mal am 24. Dezember, so gegen 9:00pm abends. Da ging das erste große "Massen auspacken" los. Dort wurden die großen Geschenke unterm Weihnachtsbaum hervor geholt. Am 25 Dezember früh morgens (für einige noch mitten in der Nacht), standen mit einmal die Socken mit allen möglichen Dingen gefüllt auf der Couch, da wir leider keinen Kamin haben, wo man die Socken hinhängen könnte. Ich war und bin immer wieder erstaunt das ich so viele Geschenke bekommen habe. Ich hätte nie in meinem Leben damit gerechnet. Für mich war Weihnachten eine schöne Zeit. Was Silvester passieren wird, kann ich noch nicht sagen. Aber das wird bestimmt genau so schön. Dann wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Habt alle viel Spaß und genießt die letzten Monate, es sind leider die letzten vor der großen Reise.
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