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Erfahrungsbericht

Leas Jahr in den USA

Kurzinfo:
Name: Lea (aus Neuss)
E-Mail: erfahrungbericht@schueleraustausch.de
Austauschort: keine Familie gefunden - Land USA
Austauschjahr: 2004/2005

Inhalt:



Die Bewerbung

Ich habe mich im Dezember 2003 bei mehreren Organisationen,die Highschool Jahre anbieten, beworben und vorgestellt und wurde auch von allen angenommen. Ich entschied mich für ein Unternehmen, das über das Highschool Programm hinaus eine Rundreise durch die drei Staaten New York, Philadelphia und Washington anbietet. Es verlief anfangs alles normal, d.h. dass ich im Januar mein "Application Package" ausarbeitete und abschickte. Die Informationen über mich gingen zur Highschool- und Gastfamilienauswahl nach Amerika und es hieß, die Familie bekomme ich zwischen März u. August genannt.


Das Warten begann

So wartete ich gespannt auf meine Gastfamilie, erfuhr von anderen angehenden Austauschschülern, dass sie bereits Kontakt zu ihren Gastfamilien hatten und wurde mehr und mehr ungeduldig. Ende Mai/ Anfang Juni war ich mir sicher, das Warten hätte bald ein Ende. Es tat sich nichts. Einige Male rief ich bei der Organisation an, doch auch dort konnte man mir keine neue Informationen geben.


Das Warten hält weiter an

Heute, am 04. August 2004, weiß ich nur, dass ich wahrscheinlich am 19. August schon in die Staaten fliege, wo ich natürlich auch bei einer Gastfamilie wohnen werde, doch bis heute habe ich noch nichts gehört. Vielleicht können andere Leute nachempfinden, wie ich mich zur Zeit fühle. Ich weiß nun seit knapp 9 Monaten, dass ich für ein Jahr meine Heimat und Familie verlasse, bloß weiß ich nicht, wohin ich gehe, wofür ich gehe, und mit wem ich nun bald ein Jahr meines Lebens verbringen werde. Es ist schon seltsam, zu wissen, dass man in gut zwei Wochen für ein Jahr sein bisheriges Leben zurück lässt, und dabei nicht zu wissen wohin, nicht einmal annähernd. Ich werde natürlich wieder schreiben, wenn ich endlich weiß, wohin es geht, ich hoffe, bis dahin vergeht nicht mehr viel Zeit.

Bald geschafft

Ich denke an nichts anderes mehr, und es wäre bestimmt leichter Abschied zu nehmen, wenn ich mich auf neue, wenigstens annähernd bekannte Gesichter (also Menschen) freue. Aber ich denke, wenn ich erst einmal in Amerika angekommen bin, und bei einer Gastfamilie zu Hause bin, ist das alles auch wieder mehr oder weniger vergessen, hoffe ich!

Ich habe weiter und weiter gewartet

Der letzte Abflugtermin war wie erwähnt der 3. September.
Die Organisation, mit der ich das Highschool Jahr antreten wollte, meldete sich nicht. Am 1. September teilte eine Angestellte bzw. die "Chefin" mir und meiner Familie mit, dass die neuen vorrausichtlichen Flüge EVENTUELL am 10., 15. und 21. September stattfänden, aber diese nur "potenziell" wären. Meine Mutter, die mittlerweile sehr sauer und beunruhigt war, setzte uns eine "persönliche Frist" bis zum 10. September, d.h., dass das der letzte Tag für die Mitteilung einer Gastfamilie war, wir also bei weiterer Wartezeit der Organisation kündigen würden. Die Warterei nahm kein Ende und wir suchten auch eine Rechtsanwältin auf, damit wir wenigstens das Geld und die mit der Organisation der Reise verbundenen Kosten zurück erstattet bekamen.

Ärger, Anwalt und kein Geld

Nach einer Nachricht unserer Rechtsanwältin an die Organisation, mit der dringenden Aufforderung, schnellstens eine Highschool und eine Gastfamilie für mich zu finden, schickte die Organisation wiederum ein Fax an die Anwältin mir den Worten: "Wir bedauern die Entscheidung ihrer Mandantin, vom Vertrag zurückzutreten, sehr. Lea's Platz im Highschool Programm ist/war gesichert und somit besteht auch die Garantie, dass sie in Kürze (spätestens bis zum 21. Sep.) zu ihrer Gastfamilie in den USA fliegen wird/würde. Wir werden Frau D., nach Angabe ihrer Kontodetails, alle geleisteten Zahlungen zurückzahlen." Am Rande bemerkt: Bis 4. Oktober ist noch nichts der 3588,00 € auf unserem Konto eingegangen! Die geplanten Flugtermine waren der 13., 19., 27. August und der 3. September, man beachte also die ernorme Verschiebung.

Aus der Traum

Das war meine Erfahrung als "Gastschüler in den USA"! Ich möchte niemandem Angst machen oder ihn verunsichern, sich für ein Highschool Jahr zu entscheiden, jedoch möchte ich mit auf den Weg geben, dass es nicht immer unbedingt so läuft, wie man es sich vorher erträumt. Ich selbst bin/war sehr enttäuscht, klar, ein Jahr Vorbereitung und vor allem Vorfreude... und dann so eine riesige Enttäuschung.
Mittlerweile habe ich mich mehr oder weniger damit abgefunden, dass ich kein Highschool Jahr in den USA verbringen werde, dennoch bin ich immer noch entsetzt darüber, was "seriöse" Organisationen mit Schülern machen, auch auf die Psyche und die seelische Belastung bezogen. So ist das nun mal gelaufen, ich wünsche allen anderen die eine solche Reise planen viel Glück, und vor allem, dass es bei euch normal und seriös abläuft.


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