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Schüleraustausch: Qualitätsverbesserung nötig
Einheitliche Standards und Veranstalter-TÜV können Qualität
verbessern
Mehr als 10.000 deutsche Schüler zieht es jährlich
für ein Schuljahr in ferne Länder, die meisten davon in die
USA. Rund 50 Anbieter in Deutschland vermitteln ein Austauschschuljahr.
Eltern und Schüler sind bei der Auswahl einer Organisation auf eigene
Recherchen, persönliche Empfehlungen oder Literatur angewiesen. Eine
Prüfstelle, die kompetent und neutral über einzelne Veranstalter
informiert, gibt es nicht. Ein möglicher Grund dafür, dass die
Leistungen einzelner Veranstalter stark differieren: Nur
rund ein Drittel der Organisationen bieten ein Vorbereitungsseminar in
Deutschland an, das wesentlich dazu beiträgt, auf mögliche Probleme
im Gastland vorbereitet zu sein und diese zu meistern. Genauso dürftig
ist das Angebot an Nachbereitungsseminaren, die den Schülern bei
der Wiedereingliederung in Deutschland helfen: Weniger als ein Drittel
der Veranstalter haben es im Programm. Aus diesem Grund treten jährlich
völlig unterschiedlich vorbereitete Schüler die Reise in ihr
Gastland an. Viele Schwierigkeiten lassen sich aber durch eine gute Vorbereitung
bereits im Vorfeld vermeiden. Einheitliche Standards und ein neutraler
"Veranstalter-TÜV", wie ihn auch der CDU-Politiker Wolfgang
Börnsen fordert, könnten hier Abhilfe schaffen. Börnsen
ist im Bundestag für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP)
zuständig. Handlungsbedarf besteht beispielsweise schon beim Auswahl-
und Bewerbungsverfahren, Mindestanforderungen für Vor- und Nachbereitung
und ihre stichprobenartige Überprüfung sind wichtig, genauso
wie Informationen an zuständige Lehrer und Schulen. Spätbewerbungen
sollten vermieden werden, da die Schüler sich dann nicht mehr ausreichend
auf das Austauschjahr vorbereiten können. Die Anbieter sollten bereits
in ihren Informationsbroschüren über Sinn und Zweck eines Austauschjahres
und mögliche Problemstellungen informieren, Transparenz nach Außen
zeigen und eine offene Preispolitik betreiben. "Erst dann",
so Ratgeberautorin Sylvia Schill, "ist gewährleistet, dass von
den deutschen Austauschorganisationen alles getan wurde, um einen reibungslosen
Start im Gastland zu gewährleisten."
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